Tirol testet: „Eine Herausforderung, die es so noch nie gab“

Vom 4. bis 6. Dezember wird in Tirol ein Covid-Massentest durchgeführt. Gemeinden und Blaulichtorganisationen sollen stark eingebunden werden.

In Südtirol nahmen am vergangenen Wochenende über 350.000 Menschen an einem Covid-Massentest teil.
© Corrá/Land Südtirol

Von Benedikt Mair und Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Tirol zieht vor – und den von der Bundesregierung für kurz vor Weihnachten angepeilten Massentest früher durch. Wie auch in Vorarlberg wird dieser bereits vom 4. bis zum 6. Dezember abgehalten. Laut Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP), um die „Tirol testet“ getaufte Aktion noch in der Lockdown-Phase abzuschließen. „Damit ersparen wir positiv Getesteten aber auch, dass sie über die Feiertage in Quarantäne müssen“, sagte Platter gestern bei einer Pressekonferenz.

Die Teilnahme ist kostenlos und freiwillig. Platter hoffte aber, dass sich „möglichst viele beteiligen. Übernehmen wir Verantwortung. Machen wir von der Gelegenheit Gebrauch.“ Der Landeshauptmann bezeichnete den Massentest als „eine logistische Herausforderung, die es in Tirol so noch nie gab“.

📽️ Video | Pressekonferenz "Tirol testet"

"Macht nur Sinn, wenn wir alle mitmachen"

Auch die medizinische Direktorin der Klinik Innsbruck, Alexandra Kofler, rief zum Mitmachen auf. Das Vorhaben mache nur dann Sinn, „wenn wir es alle auch wirklich zum Massentest machen“.

Vorbild für die Aktion ist die Testreihe in Südtirol, an der sich am vergangenen Wochenende über 350.000 Menschen beteiligt hatten. Wie dort, soll auch hierzulande alles „einfach“ und „sehr wohnortnahe“ abgewickelt werden, wie Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) es nannte. Im Land soll es insgesamt 566 Teststationen geben, verteilt auf die einzelnen Orte. Laut Gemeindeverbandspräsident Ernst Schöpf werden „Turnhallen oder Veranstaltungshallen“ dafür bereitgestellt. „Stundenlanges Warten soll und wird es vor den Teststraßen nicht geben“, sagte Schöpf. Aus Freiwilligen rekrutierte Ordnungsdienste sollen den Ablauf regeln.

Präsentierten gestern am späten Nachmittag erste Informationen zur Aktion „Tirol testet“ (v. r.): Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg, Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe, Landeshauptmann Günther Platter, Projektleiter Elmar Rizzoli und Gemeindeverbandspräsident Ernst Schöpf.
© Foto Rudy De Moor

„Für die Durchführung der Antigen-Schnelltests soll das Gesundheitspersonal gewonnen werden“, erklärte Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP). Etwa 1000 Ärzte oder Pfleger würden für die dreitägige Testreihe benötigt. Auf Covid-19 untersucht werden soll die gesamte in Tirol gemeldete Bevölkerung. Ausnahmen werde es geben, meinte Tilg. „Etwa jene, die bereits sonst regelmäßig getestet werden.“ Wer genau in diese Kategorie falle, befände sich derzeit noch in Abklärung. Die Lehrer werden – wie alle anderen – zwischen 4. und 6. Dezember getestet, Polizeibeamte an einem Termin einige Tage später.

Elmar Rizzoli, Projektleiter von „Tirol testet“, erklärte, für die Anmeldung zum Test werde es digitale Plattformen geben. Auch die Ergebnisse werden dann „auf dem elektronischen Weg übermittelt. Zumindest dort, wo es möglich ist.“ Derzeit liefere das Bundesheer die benötigte medizinische Ausrüstung nach Tirol. Rizzoli nannte es herausfordernd, dass an den Testtagen „das richtige Material zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist“.

📽️ Video | Südtirols Landeshauptmann Kompatscher zu Massentests


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