Lockdown traf Pitztal doppelt: Großes Minus im Tourismus

Die Tourismusregion Pitztal hat nicht viel zu feiern: Eine an sich starke Wintersaison wurde mit dem Lockdown im März abgestochen, was ein Gesamtminus von 18,3 Prozent nach sich zog. Der Sommer startete nicht so schlecht wie befürchtet, insgesamt musste man aber ein Minus von 17,9 Prozent hinnehmen.

Maskenpflicht und Abstandsgebot herrschten am Dienstagnachmittag bei der Vollversammlung des TVB Pitztal in Wenns.
© Paschinger

Wenns, Imst, Obergurgl – Maske auf und durch. Eine TVB-Vollversammlung in Corona- und dann auch noch in Lockdown-Zeiten ist nicht etwas, wo man sich lange aufhält. Es gilt, das Notwendigste den anwesenden Mitgliedern mitzuteilen. Und zu versuchen, gute Stimmung mitzugeben: „Also positiv denken und negativ bleiben“, meinte etwa der Obmann des TVB Pitztal, Rainer Schultes, bei der mager besuchten Sitzung im lückenhaft bestuhlten Mehrzwecksaal in Wenns.

Zu feiern gab es heuer nicht viel. Eine an sich starke Wintersaison wurde mit dem Lockdown im März abgestochen, was ein Gesamtminus von 18,3 Prozent nach sich zog. Der Sommer startete nicht so schlecht wie befürchtet, der September brachte sogar ein Plus von 1,3 Prozent. Dennoch – insgesamt musste man ein Minus von 17,9 Prozent hinnehmen. Erfreulich war bei den Ankünften ein 33-prozentiges Plus von Österreichern und die fast gleichbleibende Beliebtheit bei den Schweizern. Dagegen schmerzen ein Minus von 30 Prozent bei den Deutschen, ein 20-prozentiger Rückgang bei den Niederländern und gar 38 Prozent weniger bei den Belgiern.

„Wir sind als Gletscherdestination doppelt getroffen – das Frühjahr ist ausgefallen, und der Herbst war durch die Reisewarnungen schwer beeinträchtigt“, fasst Schultes das ganze Jahr zusammen.

Einsparungen sollen bei Abschluss helfen

Finanziell bedeutete das, dass man mitten unterm Jahr ein Corona-Budget basteln musste. Durch Einsparungen „schaffen wir es heuer hoffentlich mit einem blauen, aber ,schwarzen‘ Auge abzuschließen“, so Geschäftsführer Gerhard Gstettner. Noch liegt man seitens des TVB im Plus – die Frage sei, was die November-Abrechnung und vor allem, ob auch der Dezember touristisch etwas bringt. Die Impfstoffmeldungen machen Obmann-Stellvertreter Othmar Walser vorsichtig optimistisch.

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2020 gab es nur wenige Veranstaltungen im TVB-Gebiet. Für das kommende Jahr wird wieder der Gletschermarathon ins Auge gefasst. Doch es gibt einen Wermutstropfen: „Der Imst Tourismus hat uns die Partnerschaft aufgekündigt“, so Gstettner.

Das bestätigt der Obmann des TVB Imst, Hannes Staggl: „Wir müssen einsparen“, sagt er. Betont aber, dass man „vorübergehend ausgestiegen“ sei. Man habe einen Finanzierungsbedarf von 600.000 Euro – da seien die 10.000 Euro für den Gletschermarathon nur ein Posten. Man solle die Zeit nutzen und sich Gedanken machen, wie man die Veranstaltung – etwa mit Ziel in der Imster Innenstadt – noch besser aufwerten könne.

Im Bezirk Imst findet heute auch schon die nächste TVB-Vollversammlung statt: Der Ötztal Tourismus trifft sich ab 16 Uhr im neuen Veranstaltungszentrum Carat in Obergurgl. Auf dem Programm stehen auch Neuwahlen, wobei es nur jeweils einen Wahlvorschlag gibt.

Damit einher geht auch das Ende der Ära von Obmann Bernhard Riml – er sollte nach den Meldungen im Vorfeld von Benjamin Kneisl heute abgelöst werden. (pascal)


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