Bund lieferte offenbar schadhafte Masken an Länder

Das Gesundheitsministerium dürfte mangelhafte CPA-Masken an die Bundesländer vergeben haben. Bekannt wurde der Mangel, nachdem ein Pflegeheim in Kärnten eine Maske beanstandet hatte und bei einer neuerlichen Testung festgestellt worden war, dass bei Schutzprodukten einer Chargennummer der Durchlass größer als erlaubt war. Betroffen ist ein Teil einer im Sommer vom Roten Kreuz im Auftrag des Wirtschaftsministeriums bestellten Charge von zehn Millionen CPA-Masken.

Die Masken dürfen daher statt wie geplant als FFP2- nur noch als FFP1-Masken verwendet werden, bestätigte das Gesundheitsministerium am Mittwochabend der APA. Die betroffenen Masken werden nun getauscht, bei Engpässen stehen laut Ministerium vorerst drei Millionen FFP2-Masken zur Verfügung. Nach dem Testergebnis seien alle Bundesländer informiert worden samt der Empfehlung, die betroffenen Masken nur mehr als Mund-Nasen-Schutz einzusetzen.

Der Fall ist ungewöhnlich, da einem Betrieb üblicherweise Chargen mit Masken mit der selben Produktionslosnummer zugeteilt werden. „Der Betreiber eines Pflegebetriebs hat allerdings bemerkt, dass innerhalb derselben Charge auch andere Masken als die der geprüften Produktionslosnummer ausgeliefert wurden. Dieser Sachverhalt wird aktuell geprüft“, hieß es seitens des Ministeriums.

Wien lässt die betroffenen Charge von Schutzmasken, auf eventuell fehlerhafte Exemplare durch das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen prüfen. Insgesamt umfasse die georderte Tranche dieser Charge für Wien 2,14 Mio. Stück, wobei bisher nur ein Teil davon im Sozial- und Pflegebereich im Umlauf sei, ein Sprecher. Eine Stückzahl war nicht zu erfahren. Diese würden derzeit auf Mängel überprüft.

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In Oberösterreich dürften die Masken an rund 400 Einrichtungen von 90 Trägern verteilt worden sein. Ob es Cluster gibt, die möglicherweise damit in Zusammenhang stehen, könne man noch nicht seriös beurteilen, teilte der Krisenstab des Landes am Mittwoch mit. Auch Wien lässt eine bestimmte Charge von Schutzmasken auf eventuell fehlerhafte Exemplare prüfen. Probleme mit den Masken gibt es auch in Salzburg und Tirol.

Seiten des Landes Steiermark wurde bestätigt, dass bei einzelnen Schutzprodukten einer Bundeslieferung aus dem Sommer 2020 der Durchlass größer als erlaubt war. Die betroffenen Einrichtungen seien vom Land Steiermark umgehend informiert worden. Im Fall einer negativen Prüfung durch den Bund, werden die Masken vom Land Steiermark ersetzt.

Auch in Tirol entsprach eine bestimmte Charge aus einer Lieferung der zweiten Augusthälfte 2020 nicht den Anforderungen. Die Masken dürfen daher - bis zur vollständigen Klärung - ausschließlich als Mund-Nasen-Schutz verwendet werden. „Ob es dadurch zu vermehrten Infektionen gekommen ist, kann nicht gesichert bestätigt, aber auch nicht ausgeschlossen werden“, hieß es.


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