Achenseebahn vor ungewisser Zukunft: Schmalhans gibt den Ton an

Seit Wochen sind Bauzüge unterwegs, um die Bahntrasse von Gestrüpp zu befreien.
© Zwicknagl

Von Walter Zwicknagl

Jenbach – Irritiert sind viele Jenbacher, wenn mehrmals in der Woche Pfiffe der Achenseebahn zu hören sind. „Die sind doch in Konkurs“, heißt es. Ziemlich bedeckt gibt sich Eisenbahndirektor Martin Uhlig, der nur erklärt, dass es sich dabei um Bauzüge handelt, die entlang der Bahntrasse Sträucher und Bäumchen entfernen. Vorrangig sind dabei für die kleine Bahntruppe die Gräben und der Brandschutzstreifen. „So sauber wie jetzt war es an der Strecke seit Jahrzehnten nicht mehr“, vermerkt Christoph Neuner, der ehemalige Landessanitätsdirektor, der aus Jenbach stammt. Derzeit gibt es auch eine Hauptuntersuchung der historischen Schiebebühne, die letztmals im Jahre 1964 erfolgte.

„Eigentlich ist es ein Weiterwursteln mit Minimalmitteln, wenn auch manches Geld vom Förderverein, der heuer ins Leben gerufen wurde und sich ‚1000 Tausender‘ nennt, stammt“, verrät ein Insider. Selbst Bläser der Wiener Symphoniker haben den Verein unterstützt. So konnte im Glauben an die Zukunft der Bahn auch ein Wagenkasten der Museumsbahnen „Höllentalbahn“ in Niederösterreich) um 1000 Euro erworben werden. Und Glauben an die Zukunft zeigt auch Marlene Perlot aus Eben, die heuer erstmals als Heizerin tätig war und Lokführerin der Achenseebahn werden will.

Hinter den Kulissen hat sich rund um den Konkurs allerdings nicht viel bewegt. An einer Auffanggesellschaft fehlt es nach wie vor. 400.000 Euro stehen heuer für Löhne und Gehälter zur Verfügung, mit 200.000 Euro wird das Allernötigste abgedeckt. „Jüngst gab es ein Gespräch mit dem Masseverwalter und der Zillertalbahn. Ich hoffe, dass die Causa Achenseebahn bis Ende des Jahres positiv abgeschlossen werden kann“, stellt LHStv. Josef Geisler fest. An einem Neustart im nächsten Jahr zweifeln aber auch kühnste Optimisten. Denn zuerst einmal muss die Erneuerung der Strecke vom Bahnhof Eben bis Seespitz gesichert werden. Und dabei handelt es sich um mehrere Millionen Euro.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
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