Dürnsteiner Himmelfahrt: Mord in der Wachauer Idylle

Ex-Politiker Bernhard Görg machte die Wachau zum Schauplatz seiner mittlerweile fünf Krimis.
© Lukas Beck

Wien – Eine Immobilienmaklerin, von der niemand weiß, woher das Geld für ihr erstes Haus stammte. Ein Antiquitätenhändler, der über die Steinmauern eines Weinbergs stürzt und sich das Genick bricht. Das Stift Göttweig, von dem alle Schauplätze zu überblicken sind. Und warum „Dürnsteiner Himmelfahrt“? Der frühere Wiener ÖVP-Politiker Bernhard Görg macht die Wachau zum Schauplatz einer Krimi-Reihe, die viel Lokalkolorit einfängt und mit politischen Anspielungen nicht spart: ein mächtiger Landeshauptmann mit besten Beziehungen zum Innenminister? Da war doch ein mächtiger Landesfürst mit markanter Frisur. Oder ist er gar nicht gemeint?

Görg hat in seinen mittlerweile fünf Wachau-Krimis eine Stammbesetzung entwickelt: die smarte Ermittlerin, der Polizeidirektor, der ständig den Karriereambitionen seiner Frau hinterherhechelt, der außer Form geratene Assistent. Dazu ein echter Depp in Uniform, der sich zu Höherem berufen fühlt. Notfalls treiben die pensionierte Gemeindesekretärin Josefa Machherndl und der für jede Story dankbare Lokalreporter die Handlung voran. Görg hat ein Panoptikum geschaffen, das Krimi-Freunde genauso zufriedenstellt wie Kenner der idyllischen Landschaft an der Donau.

Und wie war das jetzt mit der Himmelfahrt, mit dem Mönch und der jungen Historikerin? Viele Spuren sind falsch gelegt. Aber so gehört es sich in einem guten Krimi. Am Ende war sich der Täter aber doch zu sicher. Und – auch das gehört dazu – am Ende sind es die nur scheinbar unscheinbaren Details, die den Weg zur Auflösung zeigen. (sabl)

Krimi von Bernhard Görg: Dürnsteiner Himmelfahrt. Edition a, 320 Seiten, 16,90 Euro.

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