AST in Reutte: Auch einem Weltmarktführer setzt Corona zu

Mobile Kleineisanlagen – abgestellt und außer Dienst.
© Mittermayr

Von Helmut Mittermayr

Reutte – Die AST ist einer dieser „Hidden Champions“, auf denen nicht unbedingt der öffentliche Fokus liegt. Trotzdem ist das Außerferner Unternehmen in seiner Nische Weltmarktführer für Eisbahnen aller Art. Bei internationalen Events im Eishockey, Eiskunst- und Eisschnelllauf, Curling oder Eisstockschießen kühlen meist die Außerferner Techniker alles ein.

Seit April des heurigen Jahres leitet Stefan Schratz die Geschäftsführung zusammen mit Peter Hirvell. Schratz hat seit seinem Dienstantritt eigentlich keinen einzigen normalen Tag erlebt, ließ Corona doch das Eventgeschäft zusammenbrechen. Und damit den Hauptmarkt der Außerferner Kühlmeister. „Ich nenne nur Eishockey-WM, Curling-EM, Kölner Eishockey-Winter-Game, Red-Bull-Challenge, die großen Eislaufplätze in Wien, Salzburg, München bis hin zu Christkindlmärkten. Alles wurde abgeblasen.“

Auch die Vermietung der mobilen Kleineisbahnen, gerade erst aufgebaut, ist zusammengebrochen. „Im Eisbahnsegment liegt unser Umsatzrückgang bei 80 bis 90 Prozent. Alle 50 AST-Mitarbeiter sind seit März in Kurzarbeit, aber wir mussten niemanden kündigen“, sieht Schratz auch Positives. Besser laufen würden noch Kaufeishallen, Schwimmbäder, Solaranlagen oder Kunst­rasenheizungen – aber auch nur, weil volle Auftragsbücher abgearbeitet werden konnten.

Für Schratz wird 2021 die große Herausforderung, mehr noch als 2020. „Unser Thema ist Planungssicherheit. Wir haben keine. Wie werden sich die kommunalen Auftraggeber verhalten? Müssen sie sparen oder wird investiert?“ Auch die Kreuzfahrtindustrie ist ein schwer einzuschätzender AST-Markt.

BM Alois Oberer weist auf einen weiteren Aspekt hin. Da die AST den Reuttener E-Werken gehört und diese wiederum der Gemeinde Reutte, gebe es keine Corona-Förderungen für das Unternehmen.


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