Visionär und Freigeist: Günther Feuerstein wird Ehrendoktor

Architekt Günther Feuerstein wird Ehrendoktor der Innsbrucker Uni.

Architekt und Architekturtheoretiker Günther Feuerstein.
© Luca De Giorgi/WIA

Innsbruck – Der Festakt, der in „normalen“ Zeiten Günther Feuerstein zum Ehrendoktor der Innsbrucker Universität gemacht hätte, muss heute via Zoom stattfinden. Um neun Uhr verlesen Rektor Märk und seine Vizes Ulrike Tanzer und Bernhard Fügenschuh die Promotionsformel für den 95-jährigen Raumdenker, dessen neuestes Buch „Zeitzeuge – 100 Jahre Moderne Architektur“ soeben erschienen ist.

Durch seine Lehrveranstaltungen an der Wiener TU wurde Feuerstein ab den 60er-Jahren zum Katalysator der Weiterentwicklung der österreichischen Architektur. Seine „Klubseminare“ für angehende ArchitektInnen sind legendär. Die Missachtung, die Einladung von Gästen zu Vorlesungen durch das Dekanat genehmigen zu lassen, führte allerdings nach einem Vortrag von Otto Muehl 1968 zu seiner Entlassung. 1973 wurde Feuerstein dafür Professor für Umraumgestaltung an der Linzer Uni, 2008 Lehrbeauftragter am Innsbrucker .studio3.

Seinem Ruf als Vordenker wurde Feuerstein auch mit der Konzeption der 21. Österreichischen Jugendkulturwoche gerecht, die 1970 unter dem Titel „... aber Emma, ist das noch Architektur“ in der Innsbrucker Messehalle stattfinden sollte, aber abgesagt wurde. Wie – wenn auch aus ganz anderen Gründen – sein Vortrag über „Wellenbewegungen“, der für den heurigen 31. März im aut geplant war. (schlo)


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