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Erotik des Käsepappeltees: Erfolgsautor Thomas Stipsits im TT-Interview

Thomas Stipsits stürmt mit seinen Stinatz-Krimis die Bestsellerlisten. Ein Gespräch über die lokalen Besonderheiten und lukullischen Verlockungen des Südburgenlands.

Thomas Stipsits, 37, ist mit der aus Tirol stammenden Schauspielerin Katharina Straßer verheiratet. Das Paar lebt in Wien und hat zwei Kinder. Innsbruck steht oft auf dem Besuchsprogramm.
© Ueberrreuter/Wirl

Von Markus Schramek

Innsbruck, Stinatz – Gruppeninspektor Sifkovits, genannt Schiffi, ist ein rechter Zausel, eine Art zerstreuter Professor im Dienst der burgenländischen Kriminalpolizei, mit liebenswürdigen Marotten und klapprigem Auto. Er verfügt über viel Tagesfreizeit, ist doch seine Frau, eine Ärztin ohne Grenzen, oft in Afrika unterwegs. Und so kümmert sich Schiffi auch um vermeintlich gelöste Fälle. An den Gärgasunfall eines Uhudler-Winzers in Stinatz glaubt er jedenfalls nicht. Und er soll Recht behalten – von wegen Unfall. Der verblichene Winzer hatte gewaltig viel Dreck am Stecken.

Die Figur des Ermittlers Sifkovits ist eine an den legendären TV-Kommissar Columbo angelehnte Erfindung von Thomas Stipsits. Der Kabarettist und Schauspieler segelt mit seinen – in tiefster burgenländischer Provinz angesiedelten – Landkrimis seit dem Vorjahr auch als Autor auf Erfolgskurs. Soeben ist der zweite Stinatz-Krimi „Uhudler-Verschwörung“ erschienen, die Story des schon erwähnten Toten im Weinkeller. Die TT hat mit Neo-Schriftsteller Stipsits das folgende Gespräch geführt.

Sie sind gebürtiger Obersteirer aus Leoben. Woher kommt Ihr starker Bezug zum Südburgenland?

Thomas Stipsits: Mein Vater, ein Burgenland-Kroate, stammt aus Stinatz. Als Kinder haben wir im Südburgenland die Ferien verbracht. Ich habe lange Zeit auch selbst in der Nähe von Stinatz gewohnt. Die Gegend ist mir lieb und vertraut.

Ihre Romanfigur Inspektor Sifkovits pflegt eine fast schon erotische Beziehung zu Käsepappeltee. Teilen Sie die Vorliebe für dieses doch recht seltsam riechende Aufgussgetränk?

Stipsits: Nein, die Idee zum Tee kam mir so: Der Musiker Schiffkowitz von STS, ein guter Freund von mir, fand sich bei einem Auftritt vor einem reichhaltigen Büfett wieder. Doch er wünschte sich ausgerechnet einen Käsepappeltee, der war natürlich nicht vorrätig. Ich finde es lustig, dass jemand einen solchen Tee nicht aus medizinischen Gründen trinkt, sondern weil er ihm schmeckt.

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