Siegzwang für Bullen: Salzburger Endspiel bei den Königen des Remis in Moskau

Will Österreichs Meister RB Salzburg im Europacup überwintern, hilft den Bullen aus der Mozartstadt heute (18.55 Uhr, live Sky) fast nur ein Auswärtssieg bei Lok Moskau weiter. Der FC Bayern schont indes ein Trio.

Patson Daka kehrt in den Bullen-Kader zurück und soll heute mithelfen, die Chance auf das Achtelfinale am Leben zu halten.
© gepa

Moskau – Wie gewinnt man gegen Remis-Könige? Eine Frage, die sich auch Salzburg-Trainer Jesse Marsch vor dem „Endspiel“ bei Lok Moskau (18.55 Uhr, live Sky) gestellt haben könnte. Drei Unentschieden – darunter in beiden Spielen gegen Atlético Madrid (1:1, 0:0) – und insgesamt nur fünf Gegentore – im Gegensatz zu den 14 Verlusttreffern der Bullen – sollten Warnung genug sein. „Routiniert und clever“ seien die Russen, betonte Bullen-Coach Marsch. „Eine Mannschaft, die unglaublich verteidigt, sie machen alles, um das Tor zu schützen.“

Das alles ändert aber nichts an einer Tatsache: „Wir müssen gewinnen“, ließ auch Jesse Marsch keinen Zweifel an der Ausgangslage. Für das Erreichen des Achtelfinales sind die bei einem Punkt haltenden Salzburger zudem darauf angewiesen, dass der dafür bereits qualifizierte Tabellenführer Bayern München (12 Punkte) in Madrid nicht unterliegt. Nur dann wäre der Aufstieg vor dem Heimspiel gegen Atlético (5) zum Gruppenabschluss noch möglich. In diesem Zusammenhang hörten die Bullen gestern sicher nicht gerne, dass der Titelverteidiger aus München in Madrid Robert Lewandowski, Leon Goretzka und Manuel Neuer schonen wird. Verliert Österreichs Primus heute in Moskau, ist das internationale Ausscheiden vor dem Frühjahr ohnehin fix.

Gestern Vormittag stiegen die Bullen aber optimistisch in das Flugzeug, das sie in die russische Hauptstadt brachte. Und das lag auch an einem Passagier, mit dem man eigentlich gar nicht mehr gerechnet hatte: Patson Daka (22), seit dem Abgang von Erling Haaland Salzburgs torgefährlichster Stürmer, kehrt nach einer Muskelverletzung im Oberschenkel nach ziemlich genau einem Monat in den Kader zurück. „Patson ist für Dienstag bereit, wir wissen derzeit aber noch nicht, für wie viele Minuten“, sagte Marsch.

Der zwölffache Saisontorschütze würde sein Comeback übrigens vor Zuschauern geben, die in Russland nach wie vor erlaubt sind. Entsprechend der Corona-Richtlinien der UEFA darf das Stadion bis zu einem Drittel – das wären in der RZD-Arena etwa 8000 Plätze – gefüllt werden, zum letzten Heimspiel gegen Atlético kamen 5500 Zuschauer.

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Lok-Trainer Marko Nikolic sprach auf der Pressekonferenz vom „wichtigsten Saisonspiel“. Der Serbe deutete an, dem Gegner nicht ins offene Messer laufen zu wollen. „Wir brauchen gegen diese schnelle und aggressive Mannschaft morgen unsere beste Leistung. Aber wir wissen, was wir tun müssen: Wir werden über 90 Minuten diszipliniert sein und große Aufmerksamkeit auf die Defensive legen.“ Fehlen wird den Russen der an der Hüfte verletzte Stürmer Fedor Smolow. Auch ein Einsatz von Mittelfeld-Mann Anton Mirantschuk ist fraglich.

Bei Salzburg steht Zlatko Junuzovic vor seinem 50. Europacup-Einsatz. Nur Walke (50), Ramalho (60) und Ulmer (110) haben vom aktuellen Kader mehr internationale Clubspiele absolviert. Karim Adeyemi meinte: „Wir riechen es in der Luft, dass wir so richtig Lust auf die Champions League haben.“

Lust hat auch der deutsche Bundesligist Borussia Mönchengladbach, der heute mit einem Sieg gegen Inter Mailand vorzeitig den Einzug in die K.-o.-Phase fixieren könnte. Dasselbe Kunststück könnte heute auch Real Madrid, dem FC Porto und dem FC Liverpool (daheim gegen Ajax) gelingen. (t.w., APA)


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