Ladis fordert Umfahrung gegen Verkehrskollaps

In einer Petition fordert die Gemeinde Ladis den Bau einer Umfahrung, um den Ortskern zu entlasten. Das Land arbeitet nun ein Vorprojekt aus.

Die Landesstraße ist im Ortszentrum von Ladis ein Nadelöhr. Die Gemeinde fordert schon lange eine Umfahrungsstraße.
© Reichle

Von Matthias Reichle

Ladis – Wenn man Straßen mit Adern vergleicht, ist Ladis zumindest infarktgefährdet. Die Ortsdurchfahrt ist unübersichtlich, eng und kurvig – zwei entgegenkommende größere Fahrzeuge können einander kaum passieren. Diesen Herbst platzte den Ladern endgültig der Kragen, als auch die Serfauser Landesstraße aufgrund einer Baustelle gesperrt werden musste – und plötzlich der gesamte Verkehr aufs Sonnenplateau durch den kleinen Touris­musort rollte.

Dass eine große Lösung für die unübersichtliche Stelle durchaus Sinn macht, betont auch Robert Zach von der Abteilung Straße und Verkehr des Landes. Dort will man sich in den kommenden Monaten die von Ladis geforderte Umfahrung im Detail ansehen, wie er betont. Studien gibt es schon – „wir arbeiten in einem nächsten Schritt ein Vorprojekt aus“, so Zach.

Dabei wird man das Vorhaben unter die Lupe nehmen – von der Geologie über die Finanzierung bis hin zum genauen Trassenverlauf, der für die Verhandlungen mit den Grundeigentümern wichtig wird. „Wir wollen in den nächsten Monaten weiterkommen“, so Zach, denn auch die weiteren Schritte bis hin zum Einreichprozess würden Zeit brauchen. Geplant sei vorerst eine großräumige Umfahrung südlich des Dorfes.

Bürgermeister Florian Klotz hat erst kürzlich eine Petition an LHStv. Josef Geisler überreicht: „Ich bin optimistisch“, betont er nach den Gesprächen. Der Forderungskatalog der Gemeinde, der online um Unterstützer wirbt, wurde inzwischen von über 130 Bürgern unterzeichnet – nicht nur von Anrainern aus Ladis. „Man sieht, dass das ein regionales Problem ist“, betont der Dorfchef. Wie schnell eine Umfahrung aber umsetzbar ist, traut er sich derzeit noch nicht einzuschätzen.

Der Gemeinderat beschäftigt sich bereits seit mehreren Jahren mit diesem Thema. Parallel dazu fordert man deshalb auch eine Begegnungszone durch den Ort. Dafür müsse zunächst ein Begegnungszonentest durchgeführt werden, so Zach – es wird geprüft, ob sich der Straßenabschnitt für eine verkehrsberuhigende Maßnahme dieser Art eignet, erklärt er.

Auch in der Gemeinde will man weiter am Ball bleiben – etwa im Bürgerbeteiligungsprozess, der zuletzt verlängert wurde. Dort soll sich eine Arbeitsgruppe auch mit dem Thema Verkehr beschäftigen.


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