Bis zu 80 Mio. Euro rollen für Gentherapie aus Kundl

Novartis produziert Grundstoffe für Gentherapien in Tirol und macht Kundl schrittweise zum Zentrum der Nukleinsäure-Produktion mit bis zu 180 Jobs.

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Novartis baut in Kundl aus: In die Plasmide-Produktion und die mRNA-Herstellung werden zunächst 17 Mio. Euro investiert.
© Novartis

Von Max Strozzi

Kundl – Der Schweizer Pharmakonzern Novartis setzt bei der Herstellung seiner Gentherapien künftig stark auf das Werk seiner Tochter Sandoz in Kundl. Der Tiroler Standort wird – neben der Penicillinproduktion – nun schrittweise auch zum Kompetenzzentrum für Nukleinsäure ausgebaut, kündigte der Konzern gestern an. In einem ersten Schritt wurde gestern eine Anlage für die Produktion von Plasmiden vorgestellt. Bei Plasmiden handelt es sich um ringförmige DNA-Moleküle, die für Zell- und Gentherapien benötigt werden, die bei der Behandlung von genetischen Krankheiten eingesetzt werden.

„Der Aufbau einer eigenen Produktion in diesem Hochtechnologiebereich ist ein wichtiger strategischer Schritt“, erklärte Novartis-Vorstand Steffen Lang. Nach Penicillin und Biosimilars werde damit am Standortcluster Kundl/Schaftenau ein neues Kapitel in Richtung Zell- und Gentherapie aufgeschlagen. Kundl werde weltweit sämtliche Novartis-Produktionsstätten für Gentherapien sowie auch externe Kooperationspartner mit Plasmiden beliefern.

Die Nukleinsäure-Produktion in Kundl soll etappenweise in mehreren Modulen ausgebaut werden. Rund 13 Mio. Euro wurden bereits in die Plasmid-Produktionsanlage – intern NAF alpha genannt – investiert. Für weitere 4 Mio. Euro entsteht in Kundl bis Mitte 2021 eine weitere Anlage (NAF beta) zur Herstellung von mRNA (Boten-RNA). Beides wird in den bestehenden Gebäuden umgesetzt. Mit diesen beiden Modulen entstehen 45 Jobs. Laut dem Konzern sieht der Novartis-Masterplan noch fünf weitere Ausbau-Module in Kundl vor, sofern die entsprechende Nachfrage nach den Gentherapie-Grundstoffen besteht, erklärte der Konzern. Insgesamt würde dies eine Investition von bis zu 80 Mio. Euro bedeuten sowie insgesamt bis zu 180 hochwertige Jobs in Kundl.

Die Investition in die Nukleinsäure-Produktion in Kundl ist nicht Teil des im Sommer angekündigten Investitionspakets von 150 Mio. Euro, von dem die öffentliche Hand 50 Mio. Euro trägt, sondern komme oben drauf und werde zur Gänze von Novartis getragen, betonte Sandoz-Geschäftsführer Mario Riesner auf Nachfrage.

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