IS-Anhänger wollte ICE-Züge zum Entgleisen bringen: Prozess

Unter strengen Sicherheitsvorehrungen wird am Dienstag am Wiener Landesgericht der Prozess gegen einen 44-Jährigen eröffnet, der als Anhänger der radikalislamistischen Terror-Miliz „Islamischer Staat“ (IS) Anschläge in Deutschland geplant haben soll. Laut Anklage wollte der Iraker mit Wohnsitz in Wien 2018 ICE-Züge zum Entgleisen bringen, scheiterte aber zwischen Jänner und Dezember 2018 bei vier Versuchen bei der Umsetzung. Seine Frau ist als Beitragstäterin mitangeklagt.

Der 44-Jährige soll schon bei seiner Ankunft nach Österreich im Sommer 2012 aktive Kontakte zum IS unterhalten haben. Folgt man der 48-seitigen Anklageschrift, radikalisierte sich der aus dem Irak geflüchtete Vater von vier minderjährigen Kindern zusehends. 2017 soll er beschlossen haben, Anschläge im Namen des IS durchzuführen. Zweimal legte er in einem Vorort von Nürnberg selbst hergestellte Konstruktionen aus Holz- und Metallteilen auf die Geleise einer ICE-Strecke, ein Mal spannte er in einer Höhe von 1,6 Metern ein Stahlseil quer über die Geleise. Die beabsichtigten Zugentgleisungen blieben ebenso aus wie beim letzten entsprechenden Versuch am 15. Dezember 2018, als der IS-Anhänger an der Berliner S-Bahn-Station Karlshorst ein Seil mit zu Hakenkrallen gebogenen Eisenstangen über die Oberleitung geworfen hatte. Als ein Güterzug damit touchierte, löste das einen gewaltigen Lichtblitz aus, wodurch der Oberleitungsmast beschädigt wurde. Der Zug selbst blieb aber in der Spur.


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