Faßmann zur neuen UG-Novelle: „Keiner will Studierende sekkieren“

Novelle des Uni-Gesetzes kommt. Studierende müssen Mindestleistung erfüllen, Altersgrenze für Rektoren kommt. Betroffen ist Tilmann Märk.

Bildungsminister Heinz Fassmann fordert Studienerfolge, die grüne Wissenschaftssprecherin Eva Blimlinger unterstützt dies.
© APA

Wien – Grünen-Wissenschaftssprecherin Eva Blimlinger ist zwar nicht erfreut über die geplanten Verschärfungen beim novellierten Universitätsgesetz, aber sie verteidigt sie. Dies sagte sie bereits im Vorfeld des gemeinsamen Auftritts mit Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP). Die Novelle schreibt erstmals eine Mindeststudienleistung für Studienanfänger vor: Wer ab dem Wintersemester 2021/22 ein Studium beginnt, muss in den ersten beiden Jahren mindestens 24 ECTS-Punkte in diesem Studium schaffen. Ansonsten erlischt die Zulassung an dieser Hochschule für zehn Jahre – an anderen Einrichtungen kann das Fach dann aber weiter belegt werden.

„Universitäten sollen sich um ihre Studierenden kümmern und ihnen einen guten Einstieg in ihr Studium ermöglichen“, so Faßmann gestern. Im Gespräch seien auch viel strengere Regeln gewesen. „Andere Stakeholder wollten deutlich mehr.“ Universitäten müssten wissen, für wie viele Studenten sie eine bestimmte Infrastruktur vorhalten müssen. „Keiner von uns will Studierende sekkieren.

Änderungen gibt es auch bei der Rektorenbestellung: Die bisherige Findungskommission aus Senats- und Uni-rats-Vorsitzendem wird auf fünf Personen erweitert (je zwei von Senat und Unirat plus ein gemeinsam bestelltes Mitglied). Eine größere Neuregelung betrifft dagegen die erste Wiederbestellung eines Rektors: Bisher war diese mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit von Senat und Unirat möglich – künftig reicht die Zwei-Drittel-Mehrheit im Unirat.Apropos Rektor: Für diese Position gibt es künftig eine Altersgrenze von 70 Jahren.

Und das beträfe in Innsbruck gleich beide Rektoren. Tilmann Märk von der Uni Innsbruck ist 76 Jahre alt und müsste nach Inkrafttreten der Novelle mit kommendem Studienjahr am 1. Oktober 2021 aus dem Amt scheiden. Wolfgang Fleischhacker (67) von der Medizin-Uni beginnt genau an diesem Tag erst seine zweite Amtszeit und könnte die vier Jahre somit ebenfalls nicht vollenden. Auf Anfrage im Ministerium hieß es gestern, man arbeite an Übergangslösungen für Betroffene. (misp, sta)


Kommentieren


Schlagworte