Landesumweltanwalt will mehr Schutz für das Hochgebirge

Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer wurde gestern auf fünf weitere Jahre bestätigt. Bis 2025 will er in Tirol den Arten- und Hochgebirgsschutz vorantreiben.

Für Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer liegt im Hochgebirge noch viel Potenzial. Deshalb gehöre es verstärkt geschützt.
© Jakob Gruber

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Das Edelweiß war Heilpflanze des Jahres 2019. Und sie zählt zu den Lieblingsbeispielen von Johannes Kostenzer, wenn es darum geht, im Umwelt- und Naturschutz das Visier verstärkt für die hochalpinen Räume zu schärfen. „Im Edelweiß haben Innsbrucker Forscher einen Stoff entdeckt, der gegen Herzerkrankungen helfen soll. Stünde das Edelweiß nicht unter Schutz – wer weiß, ob diese Entdeckung gelungen wäre.“

„Tirol hat beim Schutz des Hochgebirges eine größere Verantwortung als andere Länder in Europa.“ Johannes Kostenzer
 (Umweltanwalt)
© Mitterwachauer

Kostenzer ist gestern von der schwarz-grünen Landesregierung für weitere fünf Jahre als Landesumweltanwalt wiederbestellt worden. Bis 2025 will Kostenzer insbesondere in zwei Meta-Bereichen Fortschritte erzielen. Der eine hängt mit dem Edelweiß zusammen, denn daran knüpft Kostenzer seine Forderung nach einem verstärkten Schutz des Hochgebirges. Eines, das insbesondere durch die Ski- und Seilbahnindustrie unter Druck steht. Entgegen der landläufigen Meinung, dass gerade in Tirol Hochgebirge im Überfluss vorhanden seien und deshalb da oder dort eine Erschließung zugelassen werden müsse, hält Kostenzer dagegen: „Gerade hier geht es um Unwiederbringliches – wie Gletscher, Bachgebiete oder Pflanzen- wie Tierarten –, die eben nicht im Überfluss vorhanden sind.“ Tirol stehe hier aufgrund seiner Lage im Ostalpenraum in einer besonderen Verantwortung.

Der zweite Schwerpunkt, den Kostenzer für die kommenden fünf Jahre setzen will, liegt in der Biodiversität – also der Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten, aber auch der Lebensräume. „Auch hier müssen wir mehr Maßnahmen setzen, diese für die Zukunft zu erhalten.“

Kostenzer (55) wurde im Jahre 2008 erstmals zum Landesumweltanwalt bestellt. Der in Kufstein geborene und in Innsbruck aufgewachsene sowie studierte Biologe verfolgt seit Anbeginn seiner Amtszeit den Ansatz, dass Umweltschutz nicht als Verhinderungsinstrument verstanden wird. Seit 2014 ist die Landesumweltanwaltschaft weisungsfrei. Wiederbestellt wurde auch Kostenzers Stellvertreter Walter Tschon.


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