Die gute Geschichte: Großer Schutzengel für kleines Herz

Der Start ins Leben war für den Sohn von Karin Ammer aufgrund eines Herzfehlers ein schwerer. Doch Mut, Entschlossenheit und viele Helfer haben dafür gesorgt, dass der junge Mann heute kerngesund ist.

In ihrem Buch erzählt Karin Ammer von ihren Erfahrungen und möchte damit anderen Betroffenen Mut machen.
© Caritas

Aldrans – Es ist nun knapp 20 Jahre her, dass Karin Ammer aus Aldrans und ihr Mann sich auf ihr erstes Kind freuen. Die Schwangerschaft verläuft ohne Schwierigkeiten, genauso wie die Geburt. Das Baby scheint gesund und alles ganz normal zu sein. Die Freude über das Neugeborene ist groß. Doch das unbeschwerte Glück dauert nur vier Tage. Denn dann bricht für die jungen Eltern eine Welt zusammen: Bei der kinderärztlichen Routineuntersuchung kurz vor der geplanten Entlassung aus dem Krankenhaus wird ein vier­facher Herzfehler festgestellt.

Karin Ammer.
© Caritas

Danach geht alles ganz schnell und es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Während der Vorbereitungen für die erste Notoperation wird das Baby notgetauft. Drei Wochen später folgt die nächste große Operation, die nur zum Teil gelingt. Es beginnt ein monatelanger Kampf um das junge Leben. Zwischen den Eingriffen soll sich das Baby erholen, an Gewicht zunehmen und Kräfte sammeln. Ob das junge Leben gerettet werden kann, ist lange unklar. Obwohl alle Beteiligten ihr Bestes geben, bleiben medizinische Komplikationen nicht aus. Es ist ein ständiges Wechselbad zwischen Hoffnung und Verzweiflung.

Das Wichtigste ist, mit Mut und Entschlossenheit allen Unwegsamkeiten zu begegnen.
Karin Ammer (Mutter und Buchautorin)

Karin Ammer erzählt, wie es ihr damals ergangen ist: „Manchmal scheint das Glück perfekt. Und einen Moment später kommt schon die nächste Herausforderung.“ Ihr Sohn verbrachte die erste Zeit seines Lebens auf der Intensivstation. Sie litt darunter, dass er nicht bei ihr war: „Ich wollte bei meinem Baby sein und ihm sagen, wie sehr ich es liebe.“

Ammer berichtet von einer Phase in ihrem Leben, die alles andere als einfach war. Bis zu seinem zehnten Lebensmonat musste ihr Sohn ein Atemüberwachungsgerät tragen, das ständig Fehlalarme auslöste. Der Alarm ging jede Nacht etliche Male los. Außerdem musste das Gewicht des Kindes überwacht werden. Das hieß: Wiegen vor und nach jedem Essen. Ammer und ihr Mann saßen oft stundenlang mit dem Kind am Arm und dem Fläschchen in der Hand da. Man kann sich vorstellen, wie herausfordernd diese Zeit war – vor allem durch die emotionale Belastung und die Angst um das Leben des eigenen Kindes. Während der ersten Zeit durften sie das Kind nicht zum Einkaufen mitnehmen, mussten auch den Kontakt zu kranken Personen penibel vermeiden und bei sozialen Kontakten immer vorher abklären, ob alle ganz gesund sind. „Die ersten Monate waren eine Grenzerfahrung“, so Ammer.

Umso dankbarer ist sie, dass sich alles zum Guten gewendet hat. Heute weiß sie: „Man darf ruhig zuerst einmal hilflos und überfordert sein. Aber das Wichtigste ist, mit Mut und Entschlossenheit allen Unwegsamkeiten zu begegnen, an das Gute im Menschen zu glauben und das Vertrauen nie zu verlieren.“ Ihr Sohn hat sich über die Jahre bestens erholt und entwickelt: „Heute merkt man ihm den Herzfehler überhaupt nicht an. Er ist ein gesunder junger Mann, topfit und sportlich. Mit seinem Mountainbike macht er jeden Trail in Tirol unsicher“, ist seine Mutter dankbar für diese Entwicklung.

Nun möchte Ammer anderen Menschen Mut machen. Deshalb hat sie ein Buch geschrieben, in dem sie ihre Erfahrungen schildert: „Ich möchte den Menschen zeigen, wie wichtig es ist, an das Schöne im Leben zu glauben und die Hoffnung nie aufzugeben.“ Dabei betont Ammer ganz stark: „Unser Sohn hatte einen riesengroßen Schutzengel und eine Vielzahl an Ärzten und Schwestern, die ihm ein zweites Leben geschenkt haben.“ So einen Schutzengel und eine solche Unterstützung wünscht sie auch anderen betroffenen Eltern: „In schweren Stunden helfen und begleiten uns liebe Menschen. Sie geben uns Kraft und Unterstützung. Das Wichtigste ist, zu sehen, dass man nicht allein ist, dass Menschen da sind, die helfen.“

Karin Ammers Geschichte ist nachzulesen in dem Buch „Großwildjäger“. Pro verkauftem Buch geht ein Euro an den Verein Herzkinder Österreich. (TT)


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