Einsatzkräfte wappnen sich: In Osttirol droht ein Schneechaos

Meteorologen sagen Starkschneefälle voraus und halten auch katastrophale Zustände für möglich.

Auch im November des Vorjahres sorgten massive Schneefälle in Osttirol (im Bild Kals) für Behinderungen und abgeschnittene Orte.
© APA

Von Christoph Blassnig

Lienz – Im Bezirk Lienz rüstet man sich für Folgen massiver Niederschläge. Es hat bereits gestern Vormittag verbreitet zu schneien begonnen. Hin zum Wochenende soll es sogar extrem intensive Schneefälle geben, teils mit Regen vermischt, warnt der regionale meteorologische Dienst wetter-osttirol.at – eventuell seien katastrophale Zustände wie im November des Vorjahres die Folge. Auch die Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG) sagt Starkschneefall in Osttirol vorher, im Lienzer Becken sei am Sonntag zeitweise auch Schneeregen möglich.

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Das Rote Kreuz verlegt in alle Talschaften, die durch Straßensperren abgeschnitten sein könnten, Ausrüstung. Darunter fallen etwa Notschlafstellen, in der aktuellen Gesundheitskrise auch mehr Sauerstoff und Beatmungsgeräte als sonst, wie Herbert Girstmair, Leiter des Rettungsdienstes und Bezirksrettungskommandant, berichtet: „Wir sind vorbereitet und haben unsere Vorräte im Vergleich zu den Vorjahren verdoppelt. Die Dienstpläne unserer hauptamtlichen Mitarbeiter gestalten wir so, dass sie sich in ihren Heimatorten aufhalten werden. Gemeinsam mit den First Respondern stehen wir damit auch in allen Tälern für die Bevölkerung bereit.“ Der Rettungskommandant mahnt zu Eigenverantwortung und rät jedenfalls, über eine persönliche Notfallplanung nachzudenken. Medikamente für chronisch Kranke seien zu bevorraten, dazu Lebensmittel und Hygieneartikel. Auch für Ausfälle der Energieversorgung müsse man vorbereitet sein.

Die Bezirkshauptfrau Olga Reisner spürt ob des ersten Schnees vermehrt Unruhe und Sorge in der Bevölkerung, wie sie sagt. „Ich habe dafür Verständnis. Die Behörde ist in Bereitschaft.“ Es gelte jedenfalls Ruhe zu bewahren, erst heute oder morgen würde sich die Lage besser abschätzen lassen.

ÖBB und Asfinag für Winter gerüstet

Bei den ÖBB in Tirol und Vorarlberg sind während der Wintermonate bis zu 400 Mitarbeiter für über 1000 Kilometer Gleise und 128 Bahnhöfe und Haltestellen im Winterdienst-Einsatz. Heuer erstmals in Betrieb genommen wird dabei eine neue Hochleistungsschneeschleuder. Diese verfügt über je 1000 PS Fahrtantrieb und Schleuderantrieb, ist 77 Tonnen schwer und erzielt eine Räumleistung von bis zu 15.000 Tonnen pro Stunde.

Ebenfalls gut gerüstet für das angekündigte Schneewochenende präsentiert sich der Autobahnbetreiber Asfinag. „Für uns zählt, unseren Kundinnen und Kunden zu jeder Zeit sichere und gut geräumte Autobahnen und Schnellstraßen zur Verfügung zu stellen“, sagt Asfinag-Tirol-Geschäftsführer Stefan Siegele. „Die Mitarbeitenden in den 42 Autobahnmeistereien sind trotz Corona-Krise gut auf den Wintereinsatz vorbereitet und jederzeit einsatzbereit.“ Insgesamt sind mehr als 800 Mitarbeitende und 400 Autos der Asfinag im Winter rund um die Uhr im Einsatz.

Die ÖBB setzen diesen Winter neues Gerät ein.
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