Die gute Geschichte: Seit 50 Jahren als Nikolaus in himmlischer Mission unterwegs

Als 16-Jähriger schlüpfte Anton Hackspiel aus Götzens erstmals in die Rolle des Bischofs aus Myra. Und ist nicht nur bei privaten Feiern ein gern gesehener Gast.

Ausgerüstet mit Stab und Mitra sorgt Anton Hackspiel nicht nur bei Kindern für strahlende Augen.
© Bruder und Schwester in Not

Götzens – Anton Hackspiel ist sich sicher: Solange seine Kräfte es zulassen, wird er sich den goldenen Rauchmantel des Nikolaus um die Schultern legen, so wie auch schon in den vergangenen Jahrzehnten. Seit 50 Jahren sorgt er in ganz Tirol verlässlich für strahlende Kinderaugen und gelungene Nikolausfeste. Es ist eine ganz besondere Verbindung, die die beiden – der ehrenamtliche Diakon aus Götzens sowie der heilige Nikolaus von Myra – da eingegangen sind.

Bereits als Kind war Anton Hackspiel so sehr vom heiligen Nikolaus fasziniert, dass er auch dann noch sehnsüchtig auf ihn wartete, als er bereits wusste, dass hinter dem weißen Bart ein fremder Mann steckte. „Dieses Flair, das mit diesem Mann einherging, war und bleibt für mich einzigartig“, erzählt der rüstige Pensionist und setzt ein Lächeln auf. Um dem Nikolaus damals auf seiner jährlichen Tour durch den Tiroler Winter folgen zu dürfen, trat Anton Hackspiel entschlossen den Ministranten bei.

Aus den Jahren wurden Jahrzehnte

Ende der 1960er-Jahre ergab sich dann erstmals die Chance, das Gewand des Ministranten gegen das des Bischofs von Myra einzutauschen. Die Freude für den damals 16-Jährigen war riesengroß, aber auch die Ehrfurcht vor dem heiligen Dienst in den bevorstehenden Jahren. „Begleitet von zwei kleinen Ministranten, aber ohne Krampus stapfte ich in meine erste Runde. Die strahlenden Kinderaugen, die Freude ganz vieler Menschen ließen mich jedes Jahr aufs Neue Urlaub nehmen, um Zeit für die Besuche zu haben“, erklärt Anton Hackspiel. Aus den Jahren wurden Jahrzehnte.

Seit seiner Pensionierung ist der einstige Bauingenieur nicht mehr nur in Kindergärten und Volksschulen, sondern als Heiliger mit Stab und Mitra – der traditionellen Kopfbedeckung der Bischöfe – auch auf privaten Familienfesten zum Nikolaustag ein gern gesehener Gast. Für die Stiftung Bruder und Schwester in Not, die sich dank Spendengeldern aus Tirol für benachteiligte Menschen in Ostafrika und Lateinamerika einsetzt, besucht er seit vielen Jahren die ganz Großen im Einsatz für den guten Zweck. Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft, Religion und Gesellschaft freuen sich jährlich auf den besonderen Gast. „Ich bin Bruder und Schwester in Not treu geblieben, denn Teilen und Nächstenliebe waren mir immer Grundbedürfnisse.“ Anton Hackspiel will Gutes bewirken.

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„Die Kinder schauen immer auf die Schuhe"

Viel hat sich in den vergangenen 50 Jahren verändert. Auch die äußerliche Erscheinung des Nikolaus blieb davon nicht unberührt. Einer Kindergärtnerin sei es zu verdanken, dass einst das winterfeste Schuhwerk durch goldene Schuhe ersetzt wurde. Nicht gerade perfekt für die schneebedeckten Straßen, aber eine gute Tarnung. „Die Kinder schauen immer auf die Schuhe – sie wollen wissen, wer hinter der Fassade steckt“, meint Anton Hackspiel. Auf die Frage mancher Kinder, ob er denn echt sei, pflege er daher zu antworten: „Ich weiß nicht was du meinst, ich weiß nur, dass der echte Nikolaus goldene Schuhe trägt.“ (TT)


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