Kritik an Landes-Ja zu geplantem Hoteldorf in Hopfgarten

Land segnete Umwidmung von 10.700 m² Wiese für Investorenmodell in Hopfgarten ab: 180 Betten, aber höchstens 10 Jobs. FPÖ kritisiert.

Hopfgarten – Vor fast einem Jahr hat die Gemeinde Hopfgarten gegen die Stimme der FPÖ 10.700 Quadratmeter Freiland im Ortsteil Kelchs­au zum Bau des Hoteldorfs „KitzAlps Lodge“ umgewidmet. 15 Häuser mit insgesamt 38 Apartments und 180 Betten sollen entstehen, betrieben wird es als Investorenmodell. Die von Raiffeisen Wohnbau errichteten Apartments werden an finanzkräftige Anleger verkauft und von dem in Kitzbühel angesiedelten Betreiber ALPS Residence Holidayservice an Urlauber vermietet. Die Investoren dürfen ihre Apartments im Prinzip selbst nicht nutzen (außer sie buchen sich als Urlauber ein). Eine Kontrolle ist aber schwer, weshalb solche Modelle oft als Einfallstor für versteckte Ferienwohnsitze kritisiert werden.

Begleitet war die umstrittene Umwidmung durch den Umstand, dass auf der Wiese seit Jahren aus einem anderen Projekt Schwarzbauten in Form vieler Betonplatten in Hausgröße standen. Das brachte BM Paul Sieberer (ÖVP) in Erklärungsnot – die FPÖ fragte sich, warum der Ortschef im Wissen der Schwarzbauten die Betonplatten nicht rückbauen ließ.

„Genehmigung nicht nachvollziehbar“

Ein Jahr nach der Umwidmung durch die Gemeinde für das neue Hoteldorf-Projekt hat nun das Land als Aufsichtsbehörde die Umwidmung abgesegnet. Dazwischen liefen die Telefondrähte zwischen Gemeinde und dem Büro von Raumordnungs-LR Johannes Tratter (ÖVP) heiß. „Eine Genehmigung durch das Land ist nicht nachvollziehbar“, kritisiert LA Alexander Gamper (FPÖ). „Hier konkurrieren Investoren mit einheimischen Betrieben, in einer Zeit, wo jeder Touristiker ums Überleben kämpft. Und die Wertschöpfung geht an Anleger, die von der jahrzehntelang aufgebauten Marke Tirol profitieren.“

Eine TT-Anfrage ließ Hopfgartens BM Sieberer unlängst unbeantwortet. In einer gemeinsamen Aussendung sprechen KitzAlps Lodge und Gemeinde von einem hochwertigen Hoteldorf-Konzept, das „nachhaltigen, sanften Tourismus und hohe regionale Wertschöpfung“ garantiere und der gesamten Region langfristig Mehreinnahmen bringe. Es entstünden „ganzjährig warme Betten“. Baustart ist für 2021 geplant, Eröffnung für 2023. Zur Zahl der neuen Jobs bleibt man zurückhaltend. „Insgesamt hofft man, dass im Hoteldorf langfristig bis zu zehn neue Arbeitsplätze geschaffen werden.“ (mas)


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