Zu Weihnachten und Silvester sind private Treffen von bis zu zehn Personen erlaubt

Ab Montag werden Ausgangsbeschränkungen auf 20 Uhr bis 6 Uhr festgelegt. Handel sperrt wieder auf. Strenge Einreisebeschränkungen zu Weihnachten.

Regierung will mit einem Lockdown light würdevolle Weihnachten ermöglichen.
© thomas boehm

Von Michael Sprenger

Wien – Bevor das „virologische Quartett“ mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) an der Spitze die Lockerungen der Corona-Maßnahmen ab Montag verkündete, informierten der Kanzler und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Das Staatsoberhaupt trägt die Maßnahmen nicht nur mit, er erklärte auch, dass wir nun alles tun müssen, „um die Gesundheitskrise in den Griff zu bekommen und eine dritte Welle zu verhindern“.

Wir müssen alles tun, um die Gesundheitskrise in den Griff zu bekommen und eine dritte Welle zu verhindern.
Alexander Van der Bellen (Bundespräsident)
Die Regierungsspitze verkündete für kommenden Montag das Ende des harten Lockdowns.
© APA

Nach der Sitzung des Ministerrates informierten Kurz und Kogler gemeinsam mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) die Medienvertreter und damit die Öffentlichkeit über den Übergang vom harten Lockdown zum Lockdown light. Was also ändert sich am 6. Dezember bzw. welche Punkte werden bis in das neue Jahr verlängert?

1. Ausgangsbeschränkung: Die harte 24-Stunden-Ausgangsbeschränkung wird von Montag an reduziert auf die Zeit von 20 bis 6 Uhr. Das Haus verlassen darf man nur aus folgenden Gründen: Arbeit, notwendige Grundbedürfnisse des täglichen Lebens besorgen, anderen Menschen helfen und sie pflegen sowie zur Bewegung an der frischen Luft.

2. Festtage: Um ein „würdevolles“ Fest zu ermöglichen, wird für 24., 25. und 26. Dezember sowie Silvester eine Lockerung der Ausgangsbeschränkung festgeschrieben. Es ist an diesen Tagen möglich, dass sich insgesamt zehn Personen treffen, unabhängig von der damit verbundenen Anzahl der Haushalte.

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3. Quarantäne und Grenzmanagement: Mitte Dezember kommt es quasi zu einer Einreisebeschränkung. Diese endet erst mit 10. Jänner. Egal ob In- oder Ausländer: Wer aus einem Land nach Österreich einreisen will, wo eine 14-Tage-Inzidenz von mehr als 100 (pro 100.000 Einwohner) bescheinigt wird, muss zehn Tage in Quarantäne. Nach derzeitigem Stand betrifft dies jedes Nachbarland Österreichs. Ausnahmen soll es beispielsweise für Geschäftsreisende oder Pendler geben. Damit will die Regierung die Partys zum Jahreswechsel in Prag oder Besuche in den Herkunftsländern von Familien am Balkan mit extrem hohem Ansteckungsniveau verhindern. Betroffen sind aber auch der Sohn oder die Tochter aus dem Ausland, die zu Weihnachten die Eltern in Tirol besuchen will, oder jene Tiroler, die in Südtirol einkaufen wollen. Nach fünf Tagen kann ein PCR-Test gemacht werden, um die Quarantäne zu beenden.

📽️ Video | Lockerer Lockdown

4. Handel: Der Handel hat ab Montag wieder geöffnet. Es besteht die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Für Kundenbereiche gilt eine Beschränkung von 10 Quadratmetern pro Kunde. Innenminister Nehammer kündigte scharfe Kontrollen der Einkaufszentren an.

5. Dienstleistungen: Alle Dienstleistungen, auch die körpernahen, sind erlaubt. Es besteht die Pflicht, etwa beim Friseur oder bei der Maniküre, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Für Kundenbereiche gilt eine Beschränkung von 10 Quadratmetern pro Kunde. Bei körpernahen Dienstleistungen dürfen keine Speisen und Getränke verabreicht werden.

6. Gastronomie und Hotels: Weiterhin geschlossen bleiben die Gastronomiebetriebe. In den kommenden vierzehn Tagen soll die Lage aufgrund der Infektionszahlen neu beurteilt werden.

7. Museen, Bibliotheken: Museen und Bibliotheken sind ab Montag wieder geöffnet. Mund-Nasen-Schutz ist notwendig.

8. Kultur: Kulturveranstaltungen sind jedenfalls bis 7. Jänner untersagt. Ausgenommen sind Proben und Darbietungen ohne Publikum. Vor Weihnachten will die Regierung für Planungssicherheit für Kinos, Theater oder Konzerte sorgen.

9. Sport: Alle Kontaktsportarten sind – außer für Profis – untersagt, Indoor-Sportstätten bleiben für Hobbysportler geschlossen. Outdoor-Sportstätten können ab 24. Dezember öffnen. Damit ist das Skifahren oder Eislaufen möglich. Das Betreten von Fitnessstudios, Hallenbädern etc. bleibt untersagt.

10. Religion: Religionsausübung ist erlaubt. Die Religionsgemeinschaften treffen eigene Regeln.

11. Hochzeiten: Hochzeit im Standesamt ist in Ausnahmefällen möglich, Feiern bleiben untersagt.

12. Begräbnisse: Begräbnisse können wie bisher mit höchstens 50 Personen stattfinden.

© APA

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