US Open zur Winterzeit statt im Hochsommer: Tirolerin Wolf hofft auf Cut

Nach Chaos um ihren falsch getesteten Caddie wartet US-Major auf die Igler Profi-Golferin Christine Wolf.

Nach Rang 27 beim Saisonfinale der Ladies European Tour in Spanien schlägt die Tirolerin kommende Woche bei den US Open ab.
© gepa

Von Roman Stelzl

Innsbruck – Um es gleich vorweg mit den Worten der Tiroler Profi-Golferin Christine Wolf zu sagen: „Das hat irgendwie zu dieser komischen Saison gepasst.“ Gemeint war damit das Wirrwarr kurz vor dem Saisonfinale der Ladies European Tour (LET) in Spanien vergangene Woche. Bei den „Andalucia Costa Del Sol Open“ in der Nähe von Marbella wollte die 31-jährige Iglerin nach einem schwierigen Jahr einen gelungenen Schlusspunkt setzen. Doch es kam anders.

Vor dem Start wurde Wolfs Caddie positiv getestet, die Tirolerin wurde „isoliert“. Dann stellte sich heraus, dass es sich um einen falsch positiven Test handelte. Wolf, die dachte, das Turnier sei gelaufen, erfuhr anderthalb Stunden vor Spielbeginn am Donnerstag, dass sie doch teilnehmen kann. „Es ging alles drunter und drüber“, blickt die Olympia-Teilnehmerin zurück und ergänzte: „Ich musste alleine spielen. Aber wir waren alle froh, dass wir überhaupt spielen konnten.“

Am Ende gab es nach verhaltenem Start und starkem Finish am Sonntag Rang 27, den Sieg schnappte sich die heuer überragende Dänin Emily Kristine Pedersen. Wolf beendete die LET-Saisonwertung (Preisgeld-Liste) als 38. – im Vorjahr war sie noch Zehnt­e, im Order of Merit 2019 sogar Dritte.

Aber wirklich objektiv einordnen lässt sich eine Saison zu Corona-Zeiten nicht, vor allem, nachdem ein Großteil der Turniere im Herbst stattfand. „Es war eine komische Saison, der soziale Aspekt ist ganz weggefallen. Man hat nie richtig gewusst, ob ein Turnier nun stattfindet oder nicht. Es war sehr viel ,Last Minute‘ dabei“, sagt Wolf.

Doch nach dem Abschluss der LET-Saison ist von Weihnachts-Stimmung keine Spur, denn für die frühere US-Studentin geht es zurück in die Staaten: Von 10. bis 13. Dezember finden die US Open statt. Zur Winterzeit statt wie sonst im Hochsommer, was der Verschiebung zu Corona-Zeiten geschuldet ist. Das Thermometer pendelt sich im Dezember-Schnitt am Tag zwischen sieben und 17 Grad ein, auch Schneefall ist um diese Jahreszeit möglich.

„Das größte Highlight habe ich mir für den Schluss aufgehoben“, schmunzelt Wolf, die zum ersten Mal nach 2012 und als Profi-Spielerin bei den US Open abschlägt. Das Ziel: „Der erste Cut bei einem Major.“ Dann wäre der Höhepunkt auch ein gelungener.


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