Coronavirus legte vor dem Speed-Auftakt gleich vier ÖSV-Damen lahm

Trotz Maßnahmen erkrankten mehrere rot-weiß-rote Ski-Damen an Covid-19. Drei der vier sind aber bereit für St. Moritz. Tamara Tippler muss unterdessen noch aussetzen.

Österreichs Ski-Damen wurden von Covid-19 gebremst, bis auf Tamara Tippler können aber alle starten.
© gepa

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck –Die Zahl der positiv auf Covid-19 Getesteten steigt, auch bei den österreichischen Speed-Rennläuferinnen. Am Montag hatte die Tirolerin Stephanie Venier offen über ihre Infektion im November gesprochen (die TT berichtete), zuletzt gestanden Nicole Schmidhofer, Tamara Tippler und auch Mirjam Puchner, sich das Virus eingefangen zu haben.

„Warum soll es uns anders gehen als allen anderen in Österreich? Wir sind auch keine Götter, die in einer Plastikblase leben“, erklärt ÖSV-Damen-Chef Christian Mitter. Man habe alle Vorsichtsmaßnahmen eingehalten, desinfiziert, getestet, „und trotzdem kann man es einfach nicht ausschließen“. Rückschlüsse, wo sich die Damen infiziert haben oder ob sie sich möglicherweise sogar gegenseitig angesteckt haben, seien nicht mehr möglich, so Mitter. Auch ob es noch mehrere Fälle gibt, ist offen. Man einigte sich darauf, es den Läuferinnen selbst zu überlassen, ob sie über die Infektion sprechen wollen.

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Keine kann sich erklären, wo das Virus hergekommen ist, auch Schmidhofer rätselt: „Ich habe mich mehr oder weniger daheim eingesperrt und habe es trotzdem bekommen. Man sieht, es geht sehr schnell.“ Puchner erging es ähnlich und sie warnt jetzt: „Es hilft dann auch nicht, Vorurteile zu schüren. Ich habe es von dem oder dem bekommen. Es haben rundherum einfach so viele.“ Jetzt gehe es darum, weiterhin alles einzuhalten, um andere zu schützen, „auch jene, die es noch nicht hatten“.

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Venier zu 100 Prozent fit, Tippler muss warten

Während Schmidhofer und Puchner mit milden Verläufen davonkamen, erwischte es Venier stärker, die Oberperferin klagte etwa über Kopfweh und den Verlust des Geruchs- sowie Geschmackssinns. „Aber jetzt bin ich zu 100 Prozent wieder fit, kann Vollgas geben und vertraue auf mein Können.“ Alle drei können nach der Zwangstrainingspause im November bei den zwei Super-G-Rennen am Samstag und Sonntag in St. Moritz starten. Kollegin Tippler hingegen nicht, wie sie gegenüber der Kleinen Zeitung bekannte: „Vor allem der Schwindel macht mir zu schaffen, deswegen wäre Skifahren derzeit auch viel zu gefährlich.“ Sie wolle das nicht dramatisieren, habe nicht ins Spital müssen, „aber auf die leichte Schulter nehmen darf man diese Krankheit nicht“.

Die Folgeerscheinungen bei Tippler sind noch offen, die anderen haben nach ärztlichen (Belastungs-)Tests grünes Licht für die ersten zwei Saisonrennen im Speedbereich bekommen. ÖSV-Damen-Chef Mitter muss es einmal mehr gelassen nehmen: „Ich kann mich in meinen 20 Jahren als Trainer an kein einziges Rennen erinnern, bei dem wir in Bestbesetzung gestartet sind.“ Zudem fällt auch Nina Ortlieb aus: Die Siegerin des letzten Super-Gs im Februar zog sich beim Training in Obergurgl eine Prellung im Knie zu und muss aussetzen.

So nominierte Mitter gestern weiters die Tirolerinnen Ricarda Haaser und Rosina Schneeberger sowie Nadine Fest, Michaela Heider, Michelle Niederwieser, Ariane Rädler und Ramona Siebenhofer.


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