Spezielle Anlage in Schlitters verwandelt Speisereste in wertvolles Biogas

11.000 Tonnen Bioabfall werden in spezieller Anlage in Schlitters zu Biogas. Auch in Roppen geht bald eine solche Anlage in Betrieb.

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Auf klimaneutrales Biogas aus der Anlage in Schlitters setzen Georg Tollinger, Johann Haun und Philipp Hiltpolt (von links).
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Von Walter Zwicknagl

Schlitters – Bis zu 11.000 Tonnen Bioabfall, Speisereste und biogene Abfälle sowie zusätzlich auch Rindergülle werden in der Bioenergie Schlitters jährlich nachhaltig verwertet. Im Klartext: Daraus entsteht Biogas, das für Heizzwecke in das Gasnetz eingespeist wird. „Mit der bereitgestellten Biogasmenge von 13 GWh können rund 1500 Haushalte mit Heizenergie versorgt werden oder Erdgasfahrzeuge rund 20 Millionen Kilometer weit fahren“, sagt TIGAS-Geschäftsführer Georg Tollinger. Die biogenen Wertstoffe stammen aus ganz Tirol, der Großteil kommt aber aus den Regionen Zillertal, Achental und Inntal, wie der kaufmännische Geschäftsführer Philipp Hiltpolt ergänzt. Die Sammlung der Bioabfälle erfolgt mit bald drei Lastkraftwagen, die mit selbst produziertem Biogas betrieben werden. „So wird der regionale Kreislauf geschlossen“, meint Johann Haun, der mit insgesamt zwölf Beschäftigten den Standort Schlitters betreibt.

Mit im Boot sind auch der Abwasserverband Achental-Inntal-Zillertal – kurz AIZ genannt – sowie der Abfallbeseitigungsverband Westtirol in Roppen. „Ich könnte mir auch derartige Anlagen in den Bezirken Kufstein und Kitzbühel sowie in Innsbruck vorstellen“, denkt Georg Tollinger laut über Zukunftspläne nach. Die Biogasanlage in Roppen soll im Jänner oder Februar des nächsten Jahres in Betrieb gehen. An der Bioenergie Schlitters ist die TIGAS seit dem Jahr 2007 beteiligt und hält bei fast 49 Prozent der Geschäftsanteile.

Biogas wird auf Erdgasqualität aufbereitet

Wie die Biogasgewinnung funktioniert, erklärt Georg Tollinger. „Im ersten Verarbeitungsprozess wird das Material von Störfaktoren getrennt. Dann wird mit Hilfe von Bakterien ein Vergärungsprozess ausgelöst und so Biogas erzeugt. Der Methangehalt liegt anfangs bei knapp 60 Prozent, Erdgas hingegen besteht zu rund 98 Prozent aus Methan. Mit Hilfe spezieller physikalischer Verfahren wird das Biogas auf Erdgasqualität aufbereitet und kann in das TIGAS-Netz eingespeist werden“, erklärt der Experte. „Es ist nicht zielführend, biogene Abfälle in andere Bundesländer oder ins Ausland zu verfrachten. Durch die Verwertung vor Ort werden natürliche und heimische Ressourcen genutzt und die Wertschöpfung gefördert“, macht sich Tollinger für diese Vorgehensweise stark.


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