Familienfehde an Tiroler Tankstelle: Trio kam mit Geldstrafe davon

Aus einem Streit zwischen Cousins wurde Brutalität.
© TT / Thomas Böhm

Schon seit längerer Zeit gärt es in einer türkischstämmigen Familie. Hatte das Familienoberhaupt einst doch einen Neffen zwecks Lebensunterhalt zu sich in die Firma geholt. Dieser hatte sich damit bedankt, dass er mit dem Fachwissen des Onkels ausgeschieden war und just in derselben Branche ein Konkurrenzunternehmen gegründet hatte.

Ein heftiger Familienstreit folgte, welcher sich im Februar an einer Tankstelle entladen hat. Dort sahen die drei Cousins des Abtrünnigen diesen aus dem Auto auf der Terrasse gehen. Eine Vollbremsung folgte, darauf Prügel für den Cousin. Nach heftigen Schlägen schrie die Tankstellenangestelle darauf so laut, dass das Trio vom bereits Verletzten abließ.

Gestern am Landesgericht ließ sich die ursprüngliche Opferversion eines Eisenrohrs als Tatwaffe aber nicht bestätigen. Im Gegenteil: So machte sich die erfahrene Strafrichterin die Mühe, das Tankstellenvideo unzählige Male anzusehen. Fazit: Ein Eisenrohr war bei der Attacke nie zu sehen, ein ähnlich aussehender Gegenstand entpuppte sich als Bein eines umgefallenen Stuhls.

So blieb es, anstatt absichtlich schwerer, bei schwerer Körperverletzung. Ein fünfjähriger Strafrahmen umgab die handfeste Schlägerei trotzdem. Aufgrund reuiger Geständnisse und versuchter Schadenswiedergutmachung blieb es bei rechtskräftigen Geldstrafen von bis zu 5460 Euro.

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Schon im Jänner kommt das Trio mit den Gegenspielern wieder am Landesgericht zusammen – diesmal werden alle Beteiligten angeklagt sein.

Wegen Nötigung und Körperverletzung wurde ein Tiroler verurteilt, der im Frühjahr nach einer Provokation aus einem Lokal geflogen war. Als die resolute Wirtin den Davonbrausenden auch noch filmen wollte, war es zur Rangelei ums Hand­y gekommen. Zeche: Zur Hälfte bedingte 720 Euro Geldstrafe und 300 Euro Schmerzensgeld. (fell)


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