Reiseveranstalter muss Oberländerin Covid-Storno zurückbezahlen

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Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Auf einen sonnigen Griechenlandurlaub im Sommer hatte sich letzten Dezember eine Oberländerin gefreut. Eine Buchung bei einem der größten Reiseveranstalter folgte. Zu Sommerbeginn sah die Welt freilich anders aus. Nicht zuletzt in Griechenland, wo Corona auch im Sommer ein Thema war.

Einen Monat vor Urlaubsantritt bat die besorgte Oberländerin den Reiseveranstalter daher um eine Umbuchung auf einen Österreich-Urlaub. Dies wurde vom Veranstalter schroff abgelehnt. So sah sich die Frau zum Storno gezwungen – 35 Prozent des Reisepreises wurden ihr verrechnet.

Einer der ersten Tiroler Covid-Reise-Entscheidungen

Zu Unrecht für den Innsbrucker Anwalt Stefan Krall. Meinte Krall doch, dass aufgrund der bekannten Covid-Situation im Urlaubsland unvermeidbare und außergewöhnliche Umstände im Sinne des Pauschalreisegesetzes vorgelegen wären. Am Bezirksgericht Silz wurde daher Klage auf Rückerstattung der Stornogebühr von immerhin 1629,60 Euro eingereicht.

In einer der ersten Tiroler Covid-Reise-Entscheidungen gab die langjährige Richterin Gabriele Ginther-Schöll RA Kralls Klagebegehren nun vollumfänglich statt. Das Gericht berief sich dabei auf die Pauschalreiserichtlinie, die „erhebliche Risken für die menschliche Gesundheit wie der Ausbruch einer schweren Krankheit“ als Stornierungsgrund wertet. Das Ansteckungsrisiko, aber auch die Reise- und Quarantänebeschränkungen würden zum Storno berechtigen. Aus dem Urteil: „Ein Sicherheitsrisiko der Stufe 4 und die drohende Quarantäne würden hier zu einem nicht unbeträchtlichen Verlust der Urlaubsfreude führen.“

1629,60 Euro fließen nun (nicht rechtskräftig) an die Oberländerin zurück. Dazu muss der Reiseveranstalter 1051 Euro an Prozesskosten begleichen.


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