Die gute Geschichte: Mit Fußball in ein besseres Leben

Ein Caritasprojekt verhilft Straßenkindern in Mali mit Spaß und Leidenschaft zu mehr Selbstbewusstsein.

Die Caritas Tirol unterstützt das Fußballprojekt der Caritas in Mali. Es soll Unterstützung auf dem Weg in ein selbstständiges Leben geben.
© Caritas Mali

Ségou – Yri Diarra ist ein junges Mädchen aus Mali. Mit ihren 15 Jahren hat sie bereits eine bewegte Geschichte hinter sich. Mit acht verlor sie ihre Mutter und zog dann zu ihrem Vater. Der kümmerte sich jedoch kaum um sie und überließ sie schließlich seiner Schwester. Dort hatte sie eine besonders schwierige Zeit: Sie wurde nicht nur seelisch misshandelt, sondern auch geschlagen. Eines Tages beschloss Yri, von ihrer Tante wegzulaufen. In den Straßen von Ségou schlug sie sich durch. Sie lebte auf der Straße und musste jeden Tag schauen, wie sie zu etwas Essbarem kam. Schließlich ergatterte sie einen Job als Tellerwäscherin in einem Gasthaus. Dort traf sie dann auf eine Sozialarbeiterin. Für Yri bedeutete dieses Kennenlernen einen ersten Schritt in ein besseres Leben. Sie bekam in einer Sozialeinrichtung Zugang zu einem Dach über dem Kopf und regelmäßigem Essen.

© TT

In unseren Ohren klingt das bereits wie ein Lotto-Sechser für Yri. Doch Straßenkinder können sich nicht von heute auf morgen auf ein „normales“ Leben umstellen. Sie müssen erst Vertrauen zu den Betreuungspersonen fassen und sich Schritt für Schritt an das neue Leben gewöhnen. Viele Kinder laufen aus den Betreuungszentren wieder weg. Denn die allermeisten von ihnen haben schlechte Erfahrungen mit Erwachsenen gemacht. Es fällt ihnen dann sehr schwer, Vertrauen zu den Betreuungspersonen zu fassen. Das ist für viele Straßenkinder eine große Herausforderung. Außerdem bietet das neue Leben in den Betreuungseinrichtungen nicht nur Sicherheit, sondern beinhaltet auch Regeln und Verhaltensvorschriften. Viele Kinder, die auf der Straße von der Hand in den Mund gelebt haben, tun sich mit diesen neuen Abläufen schwer und werden erst recht wieder zu Ausreißern.

Deshalb bemühen sich einige Initiativen nicht nur um die Straßenkinder selbst, sondern überlegen sich auch, auf welche Weise sie die Kinder am besten erreichen. Es gibt Projekte, bei denen es nicht ausschließlich darum geht, die Kinder in die Gesellschaft einzugliedern. Am erfolgreichsten sind solche, die versuchen, den Kindern etwas anzubieten, was ihnen Spaß macht und wo sie echte Leidenschaft entwickeln können. Das schafft Vertrauen und stärkt das Selbstbewusstsein der Kinder. Letztendlich bindet es sie an einen geregelten Tagesablauf und schafft damit die Basis für ein zukünftiges erfolgreiches selbstständiges Leben. Ein solches Projekt betreibt die Caritas in Mali und wird hier auch von der Caritas Tirol unterstützt. Dabei geht es um Fußball. Yri spielt seit ihrer frühesten Kindheit begeistert Fußball. In dem Projekt der Caritas wird speziell Frauenfußball gefördert. Es gibt regelmäßige und intensive Trainings. Schließlich waren einige Mädchen so gut, dass sie an Turnieren teilnehmen konnten. Für Yri ging damit ein echter Traum in Erfüllung. Das Fußballspielen gibt ihrem Alltag eine Struktur. Der Sport hilft ihr Schritt für Schritt in ein besseres Leben. Yri: „Fußball ermöglichte es mir, neue Bekanntschaften zu machen und Horizonte zu entdecken. Ich bin dabei, mich wieder langsam ins Leben einzugliedern.“ (TT)

TT-ePaper testen und eine von drei Cookit Küchenmaschinen gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.


Kommentieren


Schlagworte