Umweltkrimi für Tiroler Fischereiverband: Ötztaler Ache verschmutzt

Der Fischereiverband unterstützte die Behörden durch eine Fotodokumentation der Verschmutzung.

Die Ötztaler Ache wurde mehrmals nachts verschmutzt.
© Schähle

Innsbruck, Ötztal – In einen Umweltkrimi sah sich jüngst der Geschäftsstellenleiter des Tiroler Fischereiverbandes, Zacharias Schähle, verwickelt. Seit September häuften sich die Meldungen von Fischern, die immer um die Mittagszeit von starken Verschmutzungen des Inns auf Höhe Innsbruck berichteten. „Wir versuchten der Sache nachzugehen und haben uns zunächst bei den Fischereiberechtigten am Inn und an der Ötztaler Ache umgehört“, berichtet Schähle, selbst Gewässerökologe. Doch die Fischer fischten die längste Zeit im Trüben, was die möglichen Verursacher der Verschmutzung betraf. Dann kam der entscheidende Hinweis durch die Messstelle Tumpen des Hydrografischen Dienstes. „Immer gegen Mitternacht schlugen die Messwerte extrem aus“, schildert Schähle, der sich selbst ins Auto setzte, um der mysteriösen Causa auf den Grund zu gehen.

Waren zunächst noch Baustellen in Verdacht, machte die Regelmäßigkeit während der Nachtstunden stutzig. Geendet habe die Suche nach dem potenziellen Umweltsünder bei einem Schotterwerk im Ötztal, wo Schähle eine Foto­dokumentation anfertigte. „Vor dem Werk ist das Wasser der Ötztaler Ache sauber, danach milchig“, so Schähle. Er stellte die Bilder der Staatsanwaltschaft zur Verfügung, hatten doch mittlerweile Fischer „Anzeige gegen unbekannt“ erstattet.

„Die Sedimente kommen zum ungünstigsten Zeitpunkt, da zwischen Oktober und Dezember die Laichzeit der Forellen ist. Die abgelegten Eier und Junglarven werden verklebt, was fatale Auswirkungen auf den Fischbestand hat“, klärt der Fischereiverband auf. Es gilt die Unschuldsvermutung. (top)


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