Drogenprozess in Innsbruck: Über Hinterausgang von Pizzeria Kokain übergeben

Groß angelegter Suchtgiftverkauf beschäftigt Schöffen.
© Thomas Murauer / TT

Ein Drogenprozess rund um den Vorwurf krimineller Vereinigung von neun Personen soll ab Mittwoch über drei Tage am Landesgericht über die Bühne gehen. Die große Causa gegen acht im Raum Innsbruck aufhältige Italiener und einen Albaner rührt ursprünglich aus einem Großverfahren gegen eine von Imst aus agierende Drogenbande. Deren Capo war letztes Jahr (mit Widerruf bedingter Strafen) zu insgesamt elfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Über Aussagen eines Komplizen war aufgekommen, dass einst 1,7 Kilogramm Kokain für einen Italiener in Innsbruck reserviert gewesen wären. Telefoniert worden war damals nur mit einem Italiener: dem Pizzabäcker eines großen Lokals in der Innsbrucker Innenstadt. Anlass für Staatsanwalt Thomas Willam, das LKA mit Überwachungen zu beauftragen. Diese ergaben Aufschluss über ein kriminelles Netzwerk mitten in Innsbruck. Über die zentrale Wohnung eines nun Mitangeklagten soll Suchtgift verkauft worden sein.

Wer dort an der Türe klingelte, wollte meist nicht lange bleiben. Einen „Gast“ kontrollierte die Polizei und fand prompt Kokain bei ihm. Überwachungen ergaben dann laut Anklage weiter, dass der Erst­angeklagte sogar über den Hinterausgang der Pizzeria bediente – allesamt Abnehmer aus dem Drogenmilieu. Drogenjäger Willam ließ darauf die Handschellen klicken. Bis zu 15 Jahre Haft drohen den Angeklagten teils. Für alle gilt die Unschuldsvermutung.

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Dass Fahren mit gefälschtem Führerschein kein Kavaliersdelikt ist, zeigte ein Prozess am Landesgericht. Dort war ein Tiroler angeklagt, der trotz einschlägiger Vorstrafe nochmals so eine Falschurkunde im Internet bestellt hatte. Diesmal setzte es nicht rechtskräftig fünf Monate bedingte Haft und 960 Euro Geldstrafe. (fell)


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