Einige positive Schnelltests könnten noch negativ werden

Viele der bei den Corona-Massentests positiv Getesteten dürften schon bald aufatmen können. Denn wie Med Uni Wien-Vizerektor Oswald Wagner Samstagfrüh im Gespräch mit der APA ausführte, könnten bis zu 50 Prozent von ihnen mittels des genaueren PCR-Tests wieder entlastet werden. Dennoch hält er die Schnelltests für absolut sinnvoll und tritt nicht nur für eine Wiederholung ein sondern will die Teilnahme über Vergünstigungen erhöhen.

Wagner verweist auch auf den US-Starvirologen Anthony Fauci, der eine Lanze für Schnelltests gebrochen hatte, indem er meinte, man möge das Perfekte, also den PCR-Test, nicht den Feind des Guten, nämlich des Schnelltests, sein lassen. Denn die Geschwindigkeit sei noch wichtiger als die Sensitivität, um infektiöse Personen rasch isolieren zu können, findet Wagner, Leiter des klinischen Instituts für Labormedizin am Wiener Allgemeinen Krankenhaus. Sehr dafür sei er aber, dass mittels PCR nachgetestet werde.

Das hat seinen guten Grund. Denn wie Wagner betont, könne bei den aktuell niedrigen Fallzahlen in vielleicht bis zur Hälfte der Fälle nach einem ursprünglich positiven Test Entwarnung gegeben werden. Was die sogenannten falsch negativen Schnelltests angeht, verweist er darauf, dass diese in den meisten Fällen bei jenen Personen nicht anschlagen, die die Infektion bereits hinter sich haben bzw. nicht mehr ansteckend sind. Einzelne infektiöse Personen werde man aber übersehen, konzediert der Vizerektor, der jedoch davon ausgeht, dass 90 Prozent der Fälle mit den Schnelltests erkannt werden.

Ideal wäre für Wagner, wenn die Tests wiederholt werden, wie dies von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Vorabend auch zugesichert worden war. Der Experte setzt hier auf die von SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner am Freitag ins Spiel gebrachten Heimtests, die vermutlich bis Jänner auf den Markt kommen werden. Sie können selbst abgenommen werden, da es sich um Speichelproben oder solche vom vorderen Teil der Nase handelt.

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Wichtig ist für Wagner, dass möglichst alle Österreicher und Österreicherinnen an diesen Testungen teilnehmen. Bei weiteren Testläufen wäre es aus seiner Sicht sinnvoll „Vergünstigungen“ anzubieten, um die Beteiligung zu erhöhen. Dass dies auch gewisse Restriktionen für jene meinen könnte, die nicht teilnehmen, bejahte Wagner auf Nachfrage.

Rendi-Wagner erläuterte indes ihren Vorstoß bezüglich Corona-Heimtests. In einer schriftlichen Stellungnahme plädiert sie dafür, dass sich die Österreicher künftig zwei Mal pro Woche selbst testen. Die Materialien dafür sollten kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Möglich sei die Ausweitung zunächst durch Antigentests und danach durch „sehr leicht anwendbare“ Papierstreifentests. Diese neue Testmöglichkeit, die für Laien sehr einfach zu handhaben sei, stehe kurz vor der Zulassung: „Sie ist kostengünstig, benutzerfreundlich und liefert rasch das Ergebnis.“ Die Regierung wäre gefordert, diese neuen Tests so rasch wie möglich in sehr großer Menge zu beschaffen.

Durch die regelmäßigen Tests würde sich die Isolationszeit auf im Schnitt fünf bis sieben Tage verkürzen. Auch das Contact Tracing könnte durch die Selbsttests zuhause massiv entlastet werden, da sich die Personen regelmäßig testen und kürzere Zeitintervalle nachverfolgt werden müssten, meint Rendi-Wagner. Ihre Conclusio: „Wir holen uns damit selbst das normale Leben zurück.“


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