Andreas Gabalier: „Mit rechter Ecke habe ich nichts am Hut“

Andreas Gabalier hat sein erstes Weihnachts-Album veröffentlicht, im Interview spricht er über alte Vorwürfe.

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Andreas Gabalier.
© ALEX HALADA

Den Fans servieren Sie heuer ein Weihnachtsalbum, das seit Kurzem auf dem Markt ist. Wie kam es zu „A Volks Rock’n’Roll Christmas“?

Andreas Gabalier: Das war mir seit Langem ein Anliegen, nur fehlte mir immer die Zeit. Doch wegen Corona war auch ich gezwungen, mit meinen Auftritten kürzerzutreten, und so ging sich dieses Projekt aus. Viele der Songs wurden in Nashville eingesungen.

Holen Sie die heuer ausgefallenen Konzerte nach?

In einigen TV-Auftritten, zuletzt mit „A Volks-Rock’n’Roll Christmas“ im ORF, macht Andreas Gabalier Werbung für sein Album.
© ORF/Schöttl

Gabalier: So bald wie möglich, und dazu gibt es eine für mich erfreuliche Meldung: dass bisher kein einziges Ticket zurückgegeben wurde.

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Wie haben Sie die unerwartete Freizeit sonst genützt?

Gabalier: Mit Skifahren. Nicht zuletzt, um Kilos abzubauen. Ich war im steirischen Lachtal, auf meiner Alm, habe Freunde in Kitzbühel getroffen, und im Montafon und in der Schweiz bin ich auf die Pisten gegangen. Ich hab’s gezählt, ich hatte 42 angefangen­e Skitage, die manchmal eine Stunde, meistens aber einen halben Tag lang waren.

Waren Sie also trotz der Corona-Zwänge zufrieden?

Gabalier: Ich bin 36 und hatte 36 glückliche Jahre. Mit Ausnahme familiärer Rückschläge. Das war der Suizid meines Vaters und zuletzt der genauso schreckliche Tod meiner „kleinen“ Schwester, die nur 19 wurde. Da war ich auf mentalen Beistand sehr angewiesen, und ich habe gelernt, wie das Leben auch spielen kann.

Bei allem Erfolg gibt es auch Attacken gegen Sie.

Gabalier: Das hat 2014 begonnen, als ich mich geweigert habe, den neuen Text der Bundeshymne zu singen, indem ich darauf hingewiesen habe, dass der ursprüngliche Text von Paula von Preradovic stammt: einer Frau, die im Zweiten Weltkrieg im Umfeld des Widerstandes aktiv war. Warum sollte man Worte einer österreichischen Dichterin ändern? Was ich sonst von der Genderei halte, ist bekannt.

Da gibt es auch noch regelmäßig Vorwürfe, die Sie in die rechte Ecke drängen.

Gabalier: Hat mit einem Auftritt bei Stermann & Grisse­mann begonnen und ist seither zum Teil für die linke Presseecke ein gefundenes Hormonfutter. Tatsächlich habe ich mit der rechten Ecke überhaupt nichts am Hut.

Könnte man das dahingehend präzisieren, dass ein normaler Mensch wie Sie, der sich heute mit dem NS-Gedankengut identifiziert, nur eines ist: ein Vollkoffer?

Gabalier: Dem stimme ich zu. Ich distanziere mich von den besagten Vorwürfen klipp und klar. Sie tun mir weh, weil sie nicht meiner Natur und meinem Gemüt entsprechen.

Das Gespräch führte Ludwig Heinrich


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