Lawinenwarnstufe „4“ für Osttirol, viele Einsätze in Kärnten

Nachdem am Sonntag für Osttirol aufgrund der anhaltenden starken Schneefälle die Lawinenwarnstufe „5“, also die höchste Gefahrenstufe, ausgerufen worden war, haben die Experten des Lawinenwarndiensts Tirol die Gefahr am Montag mit der Stufe „4“, also große Gefahr, angegeben. Am Dienstag soll das Risiko weiterhin leicht abnehmen, hieß es im Lawinenreport. In Kärnten waren weiter zahlreiche Straßen gesperrt, starke Schnee- und Regenfälle führten zu 300 Feuerwehreinsätzen.

An steilen Grashängen seien jederzeit Nass- und Gleitschneelawinen zu erwarten, vereinzelt auch sehr große, so der Tiroler Lawinenwarndienst. Neu- und Triebschnee der letzten Tage können an allen Expositionen oberhalb der Waldgrenze schon von einzelnen Wintersportlern leicht ausgelöst werden. Anzahl und Größe der Gefahrenstellen nehmen mit der Höhe zu, so die Experten. Die spontane Lawinenaktivität nehme mit dem Ende der intensiven Niederschläge allmählich ab. Die aktuelle Situation erfordere jedenfalls sehr viel Erfahrung in der Beurteilung der Gefahr und große Zurückhaltung.

In Nordtirol herrschte verbreitet Lawinenwarnstufe „3“, also erhebliche Gefahr. Auch hier waren an steilen Grashängen Nass- und Gleitschneelawinen zu erwarten. Zudem seien die umfangreichen Triebschneeansammlungen der vergangenen Tage oberhalb der Waldgrenze leicht auslösbar. Anzahl und Größe der Gefahrenstellen nahm auch hier mit der Höhe zu.

In Hopfgarten im Defereggen in Osttirol wurden durch eine Lawine drei Häuser beschädigt. Die Lawine war in der Fraktion Außerhopfgarten im Bereich des Staudenbaches abgegangen und floss mitsamt Schlamm in Richtung des bewohnten Gebietes, berichtete die Polizei. Schnee und Schlamm drangen in die Keller und Erdgeschoße der Häuser ein und beschädigten diese schwer.

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Ein Pkw wurde ebenfalls mitgerissen. Verletzt wurde jedoch niemand. Das Schadensausmaß stand vorerst noch nicht fest. Die Bewohner der betroffenen Häuser konnten in den oberen Stockwerken bleiben, es waren keine Evakuierungen notwendig, teilte die Exekutive mit.

Insgesamt vier Hubschrauber waren in Osttirol auf Erkundungsflügen für Lawinenkommissionen, Gemeinde-Einsatzleitungen, die Landesgeologie und die Tinetz im Einsatz. In Nordtirol führte ein Bundesheerhubschrauber Erkundungsflüge für die Lawinenkommissionen und den Lawinenwarndienst durch.

Die Schneefälle vom Wochenende zeigten auch starke Auswirkungen auf Tirols Straßen. Zahlreiche Straßenabschnitte waren noch gesperrt. Leichte Entspannung gab es dagegen in Südtirol: Die Brennerautobahn bei Sterzing wurde Montagfrüh wieder für den Verkehr freigegeben, die Brennerstraße (B182) musste jedoch auf Südtiroler Seite ab Gossensaß bis zum Pass gesperrt bleiben, in Tirol zwischen der Brennerautobahn (A13), Brennersee und Schönberg in beide Richtungen.

Starker Schneefall hat am Wochenende Einsatzkräfte und Behörden in Kärnten auf Trab gehalten. Allein seit Sonntag rückten die Feuerwehren im Bundesland zu mehr als 300 Einsätzen aus. Einige Bergstraßen waren am Montag immer noch gesperrt, 2.500 Haushalte mussten zeitweise ohne Strom auskommen. Im Mölltal (Bezirk Spittal an der Drau) wurden mehrere Häuser evakuiert, dort kam es immer wieder zu Lawinen- und Murenabgängen sowie Überflutungen.

Schon am Dienstag und Mittwoch soll das nächste Italien-Tief in Oberkärnten und Osttirol wieder Schneefall und Regen bringen, weshalb am Montag der Landeskrisenstab tagte. Im Lesachtal, das noch immer von der Außenwelt abgeschnitten war, wurde in Zusammenarbeit mit der Bezirkshauptmannschaft Hermagor über den Feuerwehranalogfunk und die Polizei eine Kommunikation für Notfälle eingerichtet.

Die Lawinenkommissionen führte Erkundungsflüge durch - vom Hubschrauberstützpunkt Klagenfurt aus stand vom Bundesheer eine Alouette III im Einsatz, ein Black Hawk-Hubschrauber war zu Mittag im Anflug auf Kärnten. Zusätzlich standen zwei Hubschrauber des Innenministeriums bereit. 100 Bundesheersoldaten, die Pioniere aus Villach und das Jägerbataillon 26 aus Spittal an der Drau, waren in Bereitschaft. Zwölf Angehörige des Jägerbataillon 26 unterstützten die Straßenmeisterei Winklern im Mölltal.

Im Großeinsatz standen am Wochenende 420 Mitarbeiter der Landesstraßenmeistereien. Mitarbeiter und Geräte wurden aus dem Unterkärntner Raum nach Oberkärnten geschickt. Viel zu tun hatten auch die Monteure der KNG-Kärnten Netz. Vor allem im Mölltal sowie im Lesachtal galt es, Störungen zu beheben. Erschwert wurde das durch die vielerorts herrschende Lawinengefahr.


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