Die gute Geschichte: „Wir sind dankbar, eine Familie zu haben“

Das Schulprojekt „Zeit schenken“ führte zwei Schülerinnen ins Haus Terra. Die Zeit dort hat ihre Lebenseinstellung verändert.

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Die Kinder in der Wohngemeinschaft freuten sich auf den wöchentlichen Besuch von Sarah und Rebecca.
© Caritas Tirol

Strengen, Landeck – Wenn Rebecca Schweisgut und Sarah Amon das Haus Terra in Landeck betreten, stürmen die Kinder bereits auf sie zu. Sofort werden die beiden Sechzehnjährigen ins Spielzimmer entführt und zum Legobauen eingeteilt. Das Haus Terra ist eine Wohngemeinschaft der Caritas, in der neun Kinder und Jugendliche, die aus verschiedenen Gründen nicht bei ihren Eltern sein können, ein vorübergehendes Zuhause finden.

Über Schulvortrag zum Projekt

Bei einem Vortrag an ihrer Schule sind die BORG-Schülerinnen auf das Projekt „Zeit schenken“ und somit auch auf die Wohngemeinschaft aufmerksam geworden. Beim „Zeit schenken“ engagieren sich Jugendliche der Oberstufe für ein halbes Jahr jede Woche für mindestens zwei Stunden ehrenamtlich bei der Kleiderausgabe, im Weltladen, Altenheim oder eben in der Kinderbetreuung.

„Wir wollten von Anfang an eher mit jungen Leuten was machen und entschieden uns für das Haus Terra“, so Rebecca und Sarah unisono. Fortan kamen die Strengerinnen wöchentlich am Dienstag ins Haus, um mit den neun Kindern den Nachmittag zu verbringen. Dabei wurde vor allem musiziert und gespielt: „Die Kinder haben uns sofort aufgenommen.

Wir wussten nicht, was auf uns zukommt, aber das hat sich schnell geklärt“, so Sarah Amon rückblickend. Vor allem Bewegungsspiele und Spiele, die sie selbst früher im Kindergarten gespielt haben, habe man den Kindern gezeigt: „Die Zeit hier hat das Kind in mir ein Stück weit wieder geweckt“, ergänzt Rebecca Schweisgut.

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Zum Nachdenken angeregt

Doch nicht nur das – auch die Lebenseinstellung der beiden Jugendlichen hat sich durch das Projekt „Zeit schenken“ nachhaltig verändert: „Früher war es für mich selbstverständlich, eine Familie und ein Zuhause zu haben, heute bin ich dankbar dafür“, schildert Sarah. Auch Rebecca ist nachdenklicher geworden: „Man sieht sonst oft nur die Not von Kindern irgendwo im Ausland, weit weg, aber auch bei uns haben es Kinder manchmal sehr schwer.“

Auch wenn Corona den Freiwilligeneinsatz abrupt beendet hat, besteht auch heute noch Kontakt zum Haus Terra, der so genannten Villa Kunterbunt und wenn Sarah und Rebecca die Kinder in Landeck auf der Straße treffen, winken sie schon aus weiter Ferne zu. Beide liebäugeln bereits mit dem nächsten freiwilligen Engagement.

Für das Haus Terra und Einrichtungsleiter Johann Pohl waren die Helferinnen jedenfalls eine Bereicherung: „Die Kinder freuten sich sehr auf den wöchentlichen Besuch. Mit Projekten wie diesem können Hemmungen gebrochen werden und wir können zeigen, dass die Kinder im Haus Terra ganz normal sind und keine Schwererziehbaren. Außerdem können die Neugierde und das Interesse an Sozialberufen geweckt werden.“ (TT)


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