Heute fällt Entscheidung über Gratisparken am Samstag in Innsbruck

Eine Umfrage zu probeweisem gebührenfreiem Samstag zeigt: Vor allem Unternehmer sind klar für die Beibehaltung der Regelung. Anrainer fürchten, keine Parkplätze mehr zu finden – wenn auch nicht der Großteil.

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Ohne Parkgebühren am Samstag wird es für Innenstadt-Anrainer schwieriger, Parkplätze zu finden – auch das deutet die Umfrage an.
© Böhm Thomas

Innsbruck – Seit September kann man in Innsbruck an Samstagen in den innerstädtischen Kurzparkzonen (F, X, Y und C) kostenlos parken. Der Innsbrucker Gemeinderat hat diese Maßnahme im August nach kontroversen Diskussionen mehrheitlich als „Probephase“ bis Jahresende beschlossen – und wird heute darüber befinden, ob die Testphase weiter verlängert wird. Heftige Debatten sind auch diesmal zu erwarten.

Die Einführung des Gratisparkens wurde begleitend evaluiert, im Vorfeld der Sitzung gab die Stadt gestern die Ergebnisse bekannt – und auch diese dürften für Diskussionsstoff sorgen, lassen sie doch unterschiedliche Interpretationen zu.

Nur wenige Unternehmer sind dagegen

So zeigt die Umfrage des Marktforschungsinstituts IMAD unter über 800 Anrainern und über 400 Wirtschafts­treibenden vor Ort, dass ein Teil der Anwohner das Gratisparken kritisch bewertet: 23 Prozent sehen eine Verschlechterung bei der Parkplatzverfügbarkeit für Besitzer von Anwohnerparkkarten, drei Prozent eine Verbesserung. Für Anrainer scheint es also, wie von Gegnern der Maßnahme erwartet, teilweise schwieriger geworden sein, einen Parkplatz zu finden.

Die befragten Unternehmer – und das bestätigt die Erwartungen der Befürworter – sehen das Gratisparken klar positiv: Rund ein Drittel stellte Veränderungen fest – wobei vor allem Steigerungen des Kundenaufkommens, längere Verweilzeiten der Kunden und positive Rückmeldungen zur Gratisparkmöglichkeit genannt wurden.

Satte 86 % der Unternehmer sind für ein gebührenfreies und zeitlich unbegrenztes Samstags-Parken – also dafür, die derzeitige Regelung beizubehalten. Bei den Anrainern gab es mit 51 % ebenfalls eine Mehrheit für die Beibehaltung. Insgesamt 45 % sprechen sich aber für eine gebührenpflichtige Kurzparkzonenregelung (halbtags oder ganztags) auch am Samstag aus. Eine große Mehrheit der Betriebe, aber auch eine klare Mehrheit der Anwohner bewerten das Gratisparken am Samstag als wirtschaftsbelebende Maßnahme – zwei Drittel der Unternehmer sehen das auch für den eigenen Betrieb so.

Mehr Dauerparker

Die Umfrage zeigte auch, dass die Befragten insgesamt mit der Parksituation in der Innenstadt recht unzufrieden sind – auf der Schulnotenskala wird diese von Anwohnern mit 3,5, von Unternehmern mit 3,9 (genügend) bewertet.

Parallel dazu gab es eine verkehrstechnische Untersuchung des städtischen Amts für Verkehrsplanung, Umwelt. Dieses stellte längere Stehzeiten, weniger Wechsel und mehr Dauerparkende fest: Im Bereich Herzog-Sigmund-Ufer und Markthalle sei der Anteil von Fahrzeugen, die drei Stunden und mehr am selben Platz parken, von 15 auf 26 Prozent gestiegen, in der Fallmerayerstraße von 16 auf 28 Prozent. Dort seien auch die Parkplätze schneller voll. (md)


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