Krach bei Volksschauspielen: Gassner soll es in Telfs richten

Nach dem internen Krach versuchen die Volksschauspiele den Schaden zu begrenzen.

Interimistischer Geschäftsführer in Telfs: Thomas Gassner.
© Gassner

Telfs – Thomas Gassner, Schauspieler, Regisseur und Mitglied des Feinripp Ensembles, wurde gestern Abend von der Generalversammlung der Tiroler Volksschauspiele Telfs mit 1. Jänner zum neuen Geschäftsführer bestellt – interimistisch, wie Bürgermeister Christian Härting mitteilte. Für die definitive Besetzung dieses Postens folgt eine Ausschreibung. Laut Härting fiel die Entscheidung mit sechs Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung. Auch das Budget des Theaterfestivals, rund 950.000 Euro, wurde genehmigt.

Für Ruhe sorgen – das ist die erste Aufgabe von Trouble­shooter Gassner, der auch beim Theaterverband Tirol tätig ist und in Telfs schon öfter engagiert war, denn die Volksschauspiele kommen 2020 nicht aus den negativen Schlagzeilen. Zuerst der lautstarke Abgang der langjährigen Führungsriege um Dramatiker Felix Mitterer. Sie fühlte sich zur Seite bugsiert, als das Festival neu aufgestellt wurde. Eine gemeinnützige GmbH, als Tochter der Gemeinde Telfs, übernahm bei den Volksschauspielen das Ruder. Ruth Haas firmierte als kaufmännische Leiterin. Der deutsche Theatermacher Christoph Nix wurde zum neuen künstlerischen Chef bestellt. Bald schon herrschte Eiszeit zwischen den beiden.

Haas warf das Handtuch und kündigte vorgestern ihren Rückzug von den Volksschauspielen an. Per Rundmail an deren Gremien erhob sie Vorwürfe in Richtung Nix. Dieser habe keine tauglichen Programmunterlagen geliefert und sich in Dinge eingemischt, für die er nicht zuständig sei. Überdies seien, entgegen den internen Vereinbarungen, vertrauliche Mails weitergeleitet worden.

„Besonnenheit und Milde angesagt"

Nix, ein Doppeldoktor in Jus und Theaterwissenschaft, will das so nicht stehen lassen. Er habe Verträge stets penibel eingehalten, so auch in Telfs, erklärt Nix in einer Stellungnahme. Und weiter: „Frau Haas darf glücklich sein, dass ich nicht aus dem Nähkästchen plaudere. Sollte sie ihre Vorwürfe wiederholen, würde ich dagegen rechtlich vorgehen.“ Jetzt seien „Besonnenheit und Milde angesagt, im Sinne der Kunst“.

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Bürgermeister Härting hatte Haas schon am 24. November mitgeteilt, dass er die Geschäftsführung neu besetzen wolle. Von der TT damit konfrontiert, dass er Haas offenbar schon länger opfern wollte, setzt sich der Ortschef zur Wehr: „Ich habe zwischen Haas und Nix vermittelt, aber leider vergeblich.“ Nix sei nach einem Hearing zum künstlerischen Leiter in Telfs bis 2024 bestellt. Härting: „Und zu diesem Vertrag stehe ich.“ Haas’ Einjahresvertrag läuft Ende Dezember aus. (mark)


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