Muttereralmbahn: Voller Kaufpreis nur, wenn Verbindung fix ist

Für die Muttereralmbahn will das Tatry Mountain Resort 3,25 Mio. € zahlen. Weitere 1,25 Mio. € sollen aber erst fließen, wenn die Verbindung in die Lizum genehmigt ist.

Die Muttereralmbahn steht im Besitz der Gemeinden und des Mehrheitseigentümers TVB. Der Verkaufsentschluss war bereits im Februar gefasst worden.
© TT/De Moor

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Gestern wurde präsentiert, kommende Woche wird entschieden. Die Gemeinderäte von Mutters und Götzens sowie der Vorstand des Tourismusverbandes Innsbruck und die TVB-Aufsichtsratsvorsitzende wurden gestern Nachmittag über die Zukunftsperspektive der Muttereralmbahn aufgeklärt. Und diese soll in die Hände des slowakischen Bergbahnen- und Freizeitpark-Unternehmens „Tatry Mountain Resort“ (TRM) gelegt werden.

Die Bahn steht im Besitz der Gemeinden und des Mehrheitseigentümers TVB. Der Verkaufsentschluss war bereits im Februar gefasst worden. Was folgte, war ein objektiviertes Bieterverfahren. Elf Interessenten boten an, drei blieben übrig. Wie vor Wochen exklusiv berichtet, hat sich Tatry – aus Sicht der Gesellschafter – als Bestbieter herauskristallisiert.

1) Der Tatry-Deal: TRM soll laut der gestrigen Offenlegung der Gesellschafter 4,5 Millionen Euro für eine „entschuldete“ Bahn hinblättern, investieren und die Bahn in seinen internationalen Skipass (35.000 Mitglieder) integrieren wollen. Das jedoch in zwei Kauf-Etappen und mit einem Vorbehalt. Die erste Tranche in der Höhe von 3,25 Mio. € soll mit Übergabe der Bahn am 1. April 2021 fließen. Die Restsumme von 1,25 Mio. € aber erst dann, wenn „alle Genehmigungen einer Verbindung zur Axamer Lizum“ vorlägen. Das könnte dauern. Es gibt zwar diverse Verbindungspläne aus der jüngeren Vergangenheit, aber wohl noch kein einreichfähiges Projekt. Ein Stichtag, mit welchem diese Verbindungsbahn umsetzungsreif und somit der restliche Kaufpreis fließen soll, gibt es daher nicht.

Der TVB soll fünf Mio. € für das Verbindungsprojekt in Aussicht gestellt haben. Dieses dürfte aber wohl nur dann realisierbar sein, wenn das Einvernehmen mit der Axamer Lizum Aufschließungs AG hergestellt werden kann.

Auch wenn der volle Kaufpreis fließt, dürften Gemeinden und TVB wohl noch gut eine Million Euro an Rest-Kredit und anderweitigen Bahn-Verbindlichkeiten abzustottern haben, wird kolportiert.

2) Die Verlierer: Bei den zwei weiteren Angeboten – die Axamer Lizum Aufschließungs AG sowie „Stage 12 Hotel GmbH“ – wurden laut Gesellschafter die ausgeschriebenen Mindestgebote weit unterschritten. Und beide Angebote deshalb „nicht weiter behandelt“. Wie die TT in Erfahrung bringen konnte, sollen die Gesellschafter im Bieterverfahren festgeschrieben haben, dass ein Kaufpreis von 1,5 Mio. € plus einer Schuldenübernahmen von 1,5 Mio. € nicht unterboten werden dürfe. Das Stage-Angebot soll bei rund 1,55 Mio. € ohne Schuldenübernahme gelegen sein, jenes der Lizum bei lediglich 7,67 € (jedoch inklusive einer fixen Umsetzungs­zusage für die Verbindung).

3) Die Götzner Bahn: Tatry soll den Erhalt der Götzner Bahn zugesagt haben, ebenso die anderen zwei Bieter. Dies soll durch eine Konventionalstrafe von einer Million Euro abgesichert werden.

4) Der finale Akt: Noch gestern tagte der TVB-Vorstand, am Montag soll der Aufsichtsrat eine Wohlmeinung für den nötigen Beschluss der Vollversammlung am Dienstag abgeben. Vorstandsmitglied und Hotelier August Penz – er ist Teilhaber des Mitbieters Stage 12 – will dort mitstimmen, wie er selbst ankündigte. Rechtlich soll das möglich sein, wie es aus dem Land zur TT heißt. Lediglich im Vorstand hätte sich Penz aufgrund der vermutlich vorliegenden Befangenheit wohl seiner Stimme enthalten müssen. Beinahe zeitgleich mit der TVB-Vollversammlung sollen am Dienstag auch die Gemeinderäte in Mutters und Götzens tagen. TVB-Chef Karl Gostner sowie die BM Hansjörg Peer und Josef Singer sprachen sich gestern klar für den Deal mit Tatry aus.


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