Impfung für Anschober grandioses Erfolgsprojekt der EU

Dass für alle Europäer inklusive der Österreicher demnächst Impfstoffe gegen das Coronavirus zur Verfügung stehen, ist ein „grandioses europäisches Erfolgsprojekt“, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) Donnerstagabend in einer Online-Diskussion. Mit der Impfung könne das Risiko für schwere Erkrankungen und Todesfälle schrittweise reduziert werden. Der Genetiker Josef Penninger erklärte, dass ohne Grundlagenforschung in zehn Jahren noch kein Impfstoff da wäre.

„Wir haben damit gezeigt, wie viel wir erreichen können, wenn wir zusammenhalten, und nicht länderspezifisch agieren“, erklärte Anschober bei der von der Österreich-Amerikanischen Gesellschaft (ÖAG) organisierten Veranstaltung. Zu „einem sehr verträglichen Preis“ habe die Europäische Union sicherstellen können, dass jeder, der in einem EU Land lebt, eine Impfung bekommen kann. Um eine schnellere Zulassung zu ermöglichen, ohne dabei die Sicherheit zu beeinträchtigen, habe die EU viel Geld in das Prüfsystem gesteckt und zusätzliches Personal rekrutiert, berichtet der Gesundheitsminister.

Er plädierte dafür, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen. Ihm sei aber die Entscheidungsfreiheit sehr wichtig, und man wolle zuvor mit ehrlicher Informationsarbeit über den Nutzen und mögliche Risiken der Impfstoffe aufklären.

Verglichen mit einem Lockdown, der massiv in die Grundrechte der Menschen eingreift, und Kosten im Milliarden Euro Bereich verursacht, wäre eine österreichweite Impfaktion viel günstiger, sagte er: „Wir haben dafür maximal 200 Millionen Euro kalkuliert und damit werden wir auch durchkommen“.

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Die Impfstoffe konnten nur so rasch entwickelt werden, weil die Forscher auf das Wissen aus der Grundlagenforschung der vergangenen Jahrzehnte zurückgreifen konnten, erklärte der österreichische Genetiker Josef Penninger, der am Life Sciences Institute (LSI) der University of British Columbia in Vancouver (Kanada) forscht. „Wenn man nicht beständig in die Wissenschaft investiert hätte, hätten wir in zehn Jahren noch keinen Impfstoff“, sagte er.


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