„Tiroler Zigarren für die Welt": Schwaz schlägt altes Kapitel auf

Ein Buch zur Schwazer Tabakfabrik zeigt bisher unveröffentlichte Bilder und prägende Zeiten.

Günther Berghofer will an die Schwazer Tabakfabrik erinnern.
© Fankhauser

Schwaz –Es ist eine mitreißende Geschichte, eine voller Glanz, wirtschaftlichen Aufschwung und Erfolge. Aber auch eine Geschichte eines tiefen Falles, einer Revolte von Arbeiterinnen und einer Zeit, die für die Stadt Schwaz prägend war. Denn die so genannte „Tschiggin“ schloss im Jahre 2005 nach 175 Jahren ihre Werkstore. Damit ging eine Ära zu Ende.

Zum 190. Gründungsjubiläum wird im Buch „Tiroler Zigarren für die Welt“ das Geschehen rund um und in der Tabakfabrik beleuchtet. Die Autorinnen Maria Heidegger und Marina Hilber zeichnen ein spannendes Bild der damaligen Zeit – von den Anfängen der Tabakpflanze, Schmuggel, Monopolisierung, dem Mailänder Zigarettenrummel bis hin zu Krieg oder dem großen Brand 1809. In den Blütejahren waren dort 1200 Menschen beschäftigt und neben Zigarren wurden bis zu 5,5 Milliarden Zigaretten pro Jahr erzeugt.

„Es ist mir ein Herzensanliegen, dass diese Geschichte nicht verloren geht. Ich wollte für die Nachwelt festhalten, dass die Fabrik viele Jahre für Arbeit und Brot in Schwaz gesorgt hat“, sagt Herausgeber Günther Berghofer. Er hat zahlreiche Stunden damit verbracht, das Buch mit der Tyrolia zu gestalten, und viel Geld investiert. „Aber das ist es mir wert“, stellt er klar, und nennt Kosten im niedrigen fünfstelligen Bereich. Unterstützung erhielt er vom Land Tirol und der Stadt Schwaz.

Auf den gut 160 Seiten findet sich nicht nur die Vergangenheit der Fabrik, sondern auch, was nach ihrem Ende dort entstand. Immerhin war es Berghofer, der dort ein Einkaufszentrum und Veranstaltungssäle errichtete. Laut BM Hans Lintner hat die Geschichte der Fabrik einen besonderen Wert für die Stadt und „aus diesem historischen Ort ist ein Ort der Begegnung geworden“. (emf)

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