Staatshilfe heizte der Therme Ehrenberg ein

Alpentherme Ehrenberg kommt „mit blauem Auge“ durch. Abgang beträgt 85.000 Euro.

Im großen Thyll-Saal der Musikschule Reutte fand die Gemeinderatssitzung statt. Babyelefanten passten somit leicht zwischen die Stühle.
© Helmut Mittermayr

Von Helmut Mittermayr

Reutte – „Ich konnte es kaum glauben und muss euch in Österreich, also der Regierung, ein Kompliment machen, wie schnell die Hilfsgelder hier fließen.“ Das sagte Donnerstagabend Thomas Eichhorn, Geschäftsführer von Vivamar – dem Unternehmen, das die Alpentherme Ehrenberg betreibt. Der Deutsche steht auch mehreren Bädern in Deutschland vor. Aber dort werde weit weniger und nicht so schnell geholfen. Eichhorn und Betriebsleiterin Ute Weger präsentierten dem Reuttener Gemeinderat schon Mitte Dezember den voraussichtlichen 2020er-Abschluss. Denn das Geschäftsjahr ist längst beendet, wegen der Pandemie kann heuer nicht mehr aufgesperrt werden.

Eichhorn berichtete von einem rasanten Start ins Jahr. Im Jänner und Februar seien gleich enorme Zuwächse erzielt worden, um im März dann wieder zusperren zu müssen. Am 1. Juli ging es unter strenger Publikumslimitierung bis zum zweiten Lockdown am 3. November weiter. Die Besucherzahlen von Jänner bis November haben sich von 178.000 auf 91.000 halbiert, der Umsatz ging von 3,38 auf 1,86 Millionen Euro zurück. Die Corona-bedingten Zuschüsse des Staates machten aber 845.000 Euro aus. Hierin subsumiert sind Kurzarbeitsgelder, Fixkostenzuschüsse und Umsatzersätze. Inklusive Zuschüssen bleibt beim Ergebnis 2020 ein relativ kleiner Abgang von 85.000 Euro. Die Ausfallhaftung dafür trägt die Marktgemeinde Reutte, der das Bad gehört. Bürgermeister Alois Oberer zum Ergebnis: „Wir sind mit einem schönen blauen Auge davongekommen. Aber wer weiß, vielleicht war 2020 ,easy‘ im Vergleich zu dem, was 2021 kommen wird.“ Denn Oberer glaubt nicht, dass der Staat weiterhin so viel Geld für Zuschüsse zur Hand haben wird. Man wisse es nicht.

Mit 85.000 Euro ist es für Reutte in Sachen Alpentherme aber nicht abgetan. Hinzu kommt die jährliche Rückzahlung des Baukostenkredits und einer späteren Investition in Höhe von 690.000 Euro. Die Therme wird Reutte im Jahr 2020 also knapp 800.000 Euro kosten.

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