Petition nach Vorwürfen gegen Unirektor in Salzburg

Nachdem von anonymer Seite ein Antrag zur Abwahl des Rektors der Universität Salzburg im Unisenat eingebracht worden ist, haben sich Wissenschafter der Uni von dieser Vorgehensweise distanziert. Der Paris Lodron Universität Salzburg (PLUS) werde damit großer Schaden zufügt, heißt es in der Petition „PLUSgemeinsam Salzburg“, die am Donnerstag online gestellt worden ist und die bis Freitag am Vormittag 229 Unterstützende unterzeichnet haben.

An der Universität Salzburg stießen die Reformpläne von Rektor Hendrik Lehnert teils auf Kritik, vor allem die geplante Veränderung der Struktur der bestehenden vier Fakultäten. Dazu kamen noch personelle Turbulenzen. Innerhalb von vier Monaten legten zwei Vizerektoren ihr Amt zurück. In einer Sitzung am 15. Dezember soll offenbar darüber abgestimmt werden, ob der Unisenat den Antrag auf Abberufung an den Unirat stellt.

Die Initiatoren der Petition sprechen sich für einen konstruktiven, offenen Diskurs aus. „Wir wollen unsere Universität gemeinsam weiter entwickeln. Tradition, Erneuerung und Vielfalt schließen einander dabei nicht aus“, wurde erklärt. Bei einer Reform lasse sich über Wege und Ziele streiten, nicht aber über die gemeinsame Verantwortung für die Universität und ihre Zukunft. „Deshalb fordern wir die verantwortlichen Gremien der PLUS zu konstruktiver Debatte, zu transparenten Verfahren und zu professioneller und lösungsorientierter Vorgehensweise auf.“

In dem Ablehnungsantrag sind laut dem Grünen Landesgeschäftsführer LAbg. Simon Heilig-Hofbauer auf insgesamt 38 Seiten schwerwiegende Vorwürfe gegen den Rektor erhoben worden. Diese würden teilweise auch ein bezeichnendes Licht auf die Zusammenarbeit im Rektorat werfen. Die Liste der angeblichen Verfehlungen reiche von der falschen Verdächtigung einer Straftat, über rechtswidrige Ausschreibungen bis hin zur Behinderung des Senats bei der rechtzeitigen Beschlussfassung des Entwicklungsplans. Die Grünen und die österreichische Hochschülerschaft (ÖH) in Salzburg pochten auf „eine rasche Aufklärung“.

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Die jüngsten Angriffe auf den Rektor in Form eines anonymen Ablehnungsantrages empfinde eine wachsende Gruppe von Mitarbeitern an der Universität nach Wochen einer durch zunehmende Schärfe und wiederholte gezielte Indiskretionen gekennzeichneten Debatte als „nicht tolerierbare Eskalationsstufe“, kritisierte hingegen die Initiative PLUSgemeinsam. Die Petition sei bereits am ersten Tag von etwa 200 Personen unterzeichnet worden, darunter Professorinnen und Professoren aus allen Fakultäten, aber auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des allgemeinen Personals. Die Petition habe zum Ziel, ein Aufklaffen weiterer Gräben zu verhindern und die Gemeinsamkeit innerhalb der PLUS zu betonen.


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