Saab 105 gehen nach 50 Jahren in Pension

Nach 50 Jahren und 156.502 Flugstunden gehen die Saab 105 mit Jahresende in Pension. Beim offiziellen Fly-out am Freitag am Fliegerhorst Vogler in Hörsching appellierte Streitkräftekommandant Franz Reissner an die Politik, die nötigen Ressourcen für die Luftraumüberwachung zur Verfügung zu stellen. In einem Corona-bedingt klein gehaltenen Festakt wurde u.a. der 14 Piloten und Techniker gedacht, die mit der Saab tödlich verunglückt sind. Eine Flugshow fiel wetterbedingt aus.

Der Überschallknall, der bei den Flügen immer wieder zu hören sei, wurde leider öfter als Lärmbelästigung denn als „Sound of Freedom“ empfunden, betonte Reißner die Bedeutung der Luftraumüberwachung für die Freiheit eines Staates. „Ich wünsche mir mehr Stolz, mehr Anerkennung und die faktische Bereitschaft, die erforderlichen Ressourcen zur Verfügung zu stellen, von der Politik, den Medien und der Gesellschaft.“

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) lobte die Saab 105 als „großartiges Flugzeug“, das die „Wiege der Pilotenausbildung“ und ein wichtiger Teil der Luftraumüberwachung sei. Aber auch das beste Gerät komme einmal in die Jahre, „das ist nicht einfach für die Mitarbeiter, vor allem hier in Hörsching“, so die Ministerin. Sie betonte, dass „ihre Arbeitsplätze und der Standort Hörsching erhalten bleiben“ und in letzteren sogar investiert werde. Hörsching soll als Ausweichflughafen in den nächsten Jahren eine Aufwertung erfahren, war aus dem Ministerium zu hören.

Die Saab-105-Flieger sind in Österreich seit 1970 im Einsatz. Von den ursprünglich 40 angeschafften Stück waren zuletzt noch zwölf im Dienst, 15 wurden als Ersatzteillager verwendet, ein Exemplar steht in Zeltweg im Museum. Zwölf Flieger sind verunglückt. 14 Piloten und Techniker kamen dabei ums Leben. In den vergangenen 17 Jahren verlief der Betrieb aber unfallfrei.

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167 Militärpiloten wurden auf dem zweistrahligen Düsenflugzeug ausgebildet. Jene 19, die zuletzt noch damit geflogen sind, werden - ebenso wie die Wartungstechniker - umgeschult, u.a. sollen sie künftig Hubschrauber steuern. Die Saab 105 wurde als Schul- und Identifizierungsflugzeug eingesetzt, transportierte ein für eine Transplantation gedachtes Herz und sammelte Luftproben zum Nachweis von Radioaktivität oder Vulkanasche. Heuer übernahmen die Flieger noch rund 20 Prozent der Luftraumüberwachung, in früheren Jahren waren es bis zu 40 Prozent.

Die Flugzeuge würden noch bis Jahresende ihren Dienst versehen, dann übernehme der Eurofighter ihre Aufgabe, sagte Tanner. Wie es mit der Luftüberwachung in Österreich weitergeht, bleibt allerdings weiter offen.


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