Viel Energie für den Wohnbau: 132 Wohnungen entstehen in Neu-Rum

Bis Ende 2022 setzt die Neue Heimat Tirol in Neu-Rum eine Anlage mit 132 Wohnungen um – laut NHT das aktuell weltweit größte Wohnbauprojekt im „Passivhaus Plus“-Standard.

Spät, aber umso schwungvoller ging gestern der offizielle Spatenstich in Neu-Rum über die Bühne: v. l. GF Hannes Gschwentner (NHT), BM Edgar Kopp, Vize-BM Romed Giner und Wohnungsreferent Markus Prajczer.
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Von Michael Domanig

Rum – Die ersten (Vor-)Arbeiten starteten schon im Oktober, gestern fand in Neu-Rum nun der offizielle Spatenstich für ein besonders großes Wohnbauprojekt statt: Die Neue Heimat Tirol errichtet in der Steinbockallee bis Ende 2022 insgesamt 132 Wohnungen und investiert dafür rund 20 Mio. Euro.

Das Projekt werde bei Fertigstellung über die Gemeinde- und Landesgrenzen hinaus für Aufsehen sorgen, ist sich NHT-Geschäftsführer Hannes Gschwentner sicher. Derzeit gebe es nämlich europa-, ja weltweit keinen Wohnbau dieser Dimension im Baustandard „Passivhaus Plus“.

Zu Vorgaben beim Heizwär­mebedarf, der 10 kWh pro m2 pro Jahr nicht überschreiten darf, kommt bei diesem Standard noch die Energiebilanz hinzu: Übers Jahr soll in einer bilanziellen Betrachtung so viel Energie am Gebäude selbst produziert werden, wie auch verbraucht wird.

Beim Architekturwettbewerb – den letztlich das Büro Scharmer – Wurnig für sich entscheiden konnte – habe man die Einreichungen daher neben architektonischen Kriterien auch im Hinblick auf die Energiekennwerte (vor-)geprüft, erklärt Gschwentner. „Nicht mit jedem Projekt wäre der Passivhaus-Plus-Standard möglich gewesen.“

Teil des Wohnbaus ist eine 740 m2 große Photovoltaikanlage mit Salzwasserspeicher, die erzeugte Energie wird über ein Mieterstrommodell direkt zur Verfügung gestellt und für die dezentrale Warmwasserbereitung und Haustechnik verwendet. Beheizt wird die gesamte Anlage über einen Anschluss ans Abwärmenetz der Tirol Kliniken und mehrere Wärmepumpen. Auch die „Eigenverschattung“ der Gebäude werde möglichst gering gehalten, sagt Gschwentner.

Die Anlage – fünf Baukörper mit bis zu sieben Obergeschoßen – solle auch zeigen, dass Energieeffizienz und Leistbarkeit kein Widerspruch sind. Eines der Gebäude mit ca. 30 Wohneinheiten wird als 5-Euro-Wohnmodell umgesetzt (Miete inkl. Heizkosten 5 Euro pro m2), auch in der restlichen Wohnanlage liegen die Mieten unter 7 Euro/m2 warm.

Voraussetzung sei dafür u. a. günstiger Grund, betont Gschwentner, der die Marktgemeinde als Baurechtsgeber lobt: Zum einen gelang es, diverse Riemenparzellen von Landwirten zu erwerben und zum jetzigen 7800 m2 großen Grundstück zu vereinen. Zum anderen sei man „zügig zu Ausschreibung und Bau gekommen“. Der große Nachbar Innsbruck schaue „neidisch auf Rum, wenn es ums Tempo bei Wohnbauvorhaben geht“, meint Gschwentner.

Für den Rumer Wohnungsreferenten GR Markus Prajczer, gestern mit BM Edgar Kopp und Vize-BM Romed Giner beim Spatenstich zugegen, ist das „beispielhafte Projekt“ das „Herzstück der Wohnbauoffensive in Rum“, deren Ziel es sei, binnen zwei Jahren 160 neue Wohnungen zu schaffen. Bei einem Nachverdichtungsprojekt in der Austraße/Hechenbergstraße (Übergabe: Mai 2021) laufe bereits die Vergabe. Direkt angrenzend an die jetzige Baustelle in der Steinbockallee hat die NHT 2019 übrigens bereits 64 Wohnungen übergeben.

Der Druck auf den Wohnungsmarkt ist in Rum erheblich, insgesamt stehen laut Prajczer rund 800 Wohnungswerber auf der Warteliste.


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