Neues Labor in Wien schafft 30.000 PCR-Tests pro Tag

Mit der Inbetriebnahme eines neuen Labors in Wien-Penzing erhöht sich die heimische Kapazität an präzisen Coronavirus-Testauswertungen deutlich: 30.000 PCR-Tests pro Tag schafft der neue Standort, versprach Michael Havel, Co-Gründer des Betreibers Lifebrain Group, am Dienstag. In den nächsten Monaten werde die Kapazität auf bis zu 60.000 Ergebnisse pro Tag erhöht, kündigte Havel an. Die Stadt Wien hat sich ein Kontingent von bis zu 10.000 Tests pro Tag reserviert.

Das PCR-Labor ist im Pavillon 17 des Otto-Wagner-Spitals untergebracht und sorgt für 140 Arbeitsplätze. Die Flächen im Ausmaß von 3.600 Quadratmetern werden von der Stadt als Eigentümerin vermietet. Fünf Millionen Euro wurden für den nur in sechs Wochen gestemmten Umbau investiert, sagte Geschäftsführer Havel.

Die Auswertungsresultate der Abstriche würden jedenfalls binnen 24 Stunden vorliegen, versprach der Firmenchef. Bis Jahresende wird dafür täglich von 7.00 bis 22.00 Uhr gearbeitet, ab Beginn 2021 sei ein Betrieb rund um die Uhr geplant. Und 30.000 Tests sollen nicht das Ende der Fahnenstange sein.apo

Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) freute sich über „diese superwertvolle Ressource“. Denn er sei von Anfang an ein Anhänger der Viel-Testen-Strategie gewesen. Nur so könne die Pandemie einigermaßen unter Kontrolle gehalten werden. Die Stadt selbst habe beim neuen Lifebrain-Labor einmal ein Kontingent von bis zu 10.000 PCR-Tests pro Tag reserviert, sagte Hacker.

Diese sehr präzise Corona-Nachweismethode werde trotz bevorstehender Impfung noch längere Zeit sehr wichtig sein, war sich der Ressort- mit dem Unternehmenschef einig. Denn selbst Geimpfte könnten mitunter weiterhin Virusüberträger sein.

Die Lifebrain Group wurde 2013 gegründet und ist - abgesehen von der neuen Einrichtung am Areal des Otto-Wagner-Spitals - in Italien mit rund 300 Standorten präsent. Außerdem können sich Privatpersonen seit Wochenbeginn an drei Teststandorten in Wien (zwei in Favoriten, einer in Rudolfsheim-Fünfhaus) gegen Gebühr via Antigen-Schnelltest oder PCR-Test auf eine Infektion überprüfen lassen.

Das Unternehmen will künftig auch den Bereich der Antikörper-Testungen massiv ausbauen. Denn dieser Sektor sei im Zusammenhang mit der Corona-Impfung insofern wichtig, als dadurch regelmäßig erhoben werden könne, ob Geimpfte nach wie vor immun seien bzw. ob Personen nach einer bereits zurückliegenden Covid-Erkrankung sowieso noch Antikörper aufweisen und deshalb vorerst nicht geimpft werden müssen, erklärte Havel.


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