Heer rückte in Lienz zum Schneeschaufeln auf Dächern an

Als Erstes machten sich die Soldaten daran, das Heizwerk vom Schnee zu befreien.
© Blassnig Christoph

Von Christoph Blassnig

Lienz, Matrei i. O. – Die Schneelast auf den Dächern in Osttirol liegt zum Teil im kritischen Bereich und darüber. In Lienz waren die zivilen Kapazitäten zur Räumung bereits ausgeschöpft, berichtete die Bürgermeisterin Elisabeth Blanik gestern auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung. „Das Heizwerk der Stadtwärme Lienz ist eine kritische Infrastruktur“, stellte die Bürgermeisterin fest. „Rund 5000 Haushalte in Nußdorf-Debant und Lienz sowie Unternehmen und öffentliche Einrichtungen werden direkt mit Wärme versorgt.

Ein Engpass oder gar ein Ausfall der Heizungsanlagen bei den derzeitigen Temperaturen von bis zu minus 18 Grad hätte fatale Folgen für die Bevölkerung.“ Thomas Mühlmann, Betriebsleiter der Stadtwärme: „Wir haben beim Maschinenring und anderen Anbietern um die Schneeräumung auf den Dächern unserer Betriebsanlagen angefragt, leider ohne Erfolg. Alle Mannschaften stehen bereits im Einsatz.“ Darum habe die Stadtwärme die Bürgermeisterin um Hilfe gebeten. „Ich habe daraufhin um einen Assistenzeinsatz des Bundesheeres angesucht und diesen mit Unterstützung des Landeshauptmannes auch umgehend genehmigt bekommen“, erklärte Blanik.

Mit Hilfe der Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Lienz wurde das gläserne Vordach des Städtischen Wasserwerkes vom Schnee befreit.
© Blassnig Christoph

Vorsorge

Bis Freitag nächster Woche stehen in Lienz 70 Frauen und Männer des Österreichischen Bundesheeres täglich für die Schneeräumung von den Dächern im Einsatz. Begonnen haben die Kräfte gestern beim Heizwerk, am Nachmittag nahmen weitere Einheiten aus Spittal a. d. Drau die Arbeit am Dach des Wohn- und Pflegeheimes in Lienz auf. „Wir haben zwar mit Fachleuten festgestellt, dass keine akute Gefahr besteht. Sollten aber weitere Niederschläge hinzukommen, könnte es gefährlich werden. Darum sorgen wir vor“, begründete Franz Webhofer, Leiter der Heime Osttirol, die Anforderung. In den nächsten Tagen unterstützen die Soldaten auch bei der Schneeräumung von den Dächern der Kindergärten, Schulen sowie von Wohngebäuden in der Stadt.

Auch in Matrei i. O. hat Bürgermeister Andreas Köll eine Hilfsleistung des Bundesheeres angefordert. Pioniere sollen dort eine Behelfsbrücke als Ersatz für die von Schneemassen völlig zerstörte Obere-Ganz-Brücke errichten.

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