Vergangen, aber noch immer nicht Geschichte

Der Wechsel an der Spitze des Kitzbühel Tourismus im Oktober sorgte bei der Vollversammlung des Verbandes für Nachwehen.

Nicht nur die Kitzbüheler Touristiker sehen mit bangen Blicken der kommende­n Wintersaison entgegen.
© Werlberger/KitzSki

Von Harald Angerer

Kitzbühel — Es war ein äußerst turbulentes Jahr für den Kitzbüheler Tourismusverband. Nicht nur, dass Corona massive Spuren im Tourismus hinterlassen hat, kam es im Oktober auch noch zu einem überraschenden Wechsel an der Spitze von Kitzbühel Tourismus: Obfrau Signe Reisch und Aufsichtsratsvorsitzender Josef Burger legten zeitgleich ihre Funktionen zurück. Beides war auch bei der Vollversammlung des Verbandes am Dienstagabend Thema.

Die geschäftsführende Obfrau Viktoria Veider-Walser fasste das abgelaufene Tourismusjahr in Zahlen und berichtete von einem sehr guten Winterstart 19/20 mit 8 % plus bis Ende Februar, bevor das jähe Ende kam. „Der Sommer war dann viel besser als vorher befürchtet", sagt Veider-Walser. Man war aber durch die unterschiedlichsten Reisesperren auf die Nahmärkte Österreich und Deutschland beschränkt. So konnte man im Juli und August bei Gästen aus Österreich sogar ein Plus von 12,8 Prozent verbuchen.

„Unsere Kernaufgabe war es aber vor allem, die Krise zu managen", schilderte die geschäftsführende Obfrau. Dabei war es besonders wichtig, die Mitglieder zu informieren. Dies habe man in hoher Frequenz gemacht. Veider-­Walser sprach auch noch den Mitarbeitern des Verbandes ihren Dank aus: „Ihr habt euch in einem Ausmaß engagiert, wie es nicht selbst­verständlich ist — ihr habt Großartiges geleistet."

Obmann Christian Harisch blickte weniger in die Vergangenheit, sondern vielmehr in die Zukunft, und nützte seinen Bericht, um die Mitglieder zu motivieren. „Jammern hilft jetzt nicht, wir müssen vielmehr die Chancen erkennen", sagte Harisch und er forderte alle Mitglieder auf, sobald es gesetzlich erlaubt ist, auch wieder zu öffnen. Die Gäste würden wieder kommen und wollen einen schönen Urlaub genießen. Für Harisch ist auch fix: „Die Marktanteile werden nach der Krise neu vergeben." Hier müsse Kitzbühel die Gelegenheit ergreifen und vorangehen. „Wo wir sind, muss vorne sein", sagte Harisch. Er bedankte sich auch bei seiner Vorgängerin Signe Reisch und dankte Josef Burger für die geleistete Arbeit in den vergangenen acht Jahren.

TT-ePaper testen und eine von drei Cookit Küchenmaschinen gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Auch Reisch und Burger meldeten sich zu Wort, sie sparten dabei allerdings nicht mit Kritik. Reisch begründete noch einmal ihren Rücktritt: Sie hätte gerne weitergemacht, aber das sei ihr unmöglich gemacht worden, weil die Zusammenarbeit mit der Stadt nicht mehr möglich war. Burger kritisierte die Entscheidung des neuen Vorstands, die Geschäftsführerin zu einer geschäftsführenden Obfrau „umzuwandeln". Auch sei man mit Reisch „beschämend, verletzend und despektierlich" umgegangen. Es sollte zum Nachdenken anregen, „ob dies denn wirklich die angemessene Umgangsform auch für die Zukunft in Kitzbühel sein soll".


Kommentieren


Schlagworte