Tiroler Astrophotografen über Spektakel am Weihnachtshimmel

Am 21. Dezember vereinen sich Jupiter (unten) und Saturn zu einem Weihnachtsstern. Noch halten die Planeten Abstand, wie die Aufnahme vom Freitag in Gnadenwald Richtung Nockspitze zeigt.
© bernd willinger

Innsbruck – Seit Tagen brechen Astronomen und Sterngucker zu einem Abendspaziergang auf, um die seltene Himmelsjagd der beiden Gasgiganten Jupiter und Saturn zu beobachten. So auch die Tiroler Astro- und Panoramafotografen Bernd Willinger und Norbert Span, die mit schwerer Ausrüstung unterwegs sind. Jupiter und Saturn zeigen sich für gut eine Stunde nach Sonnenuntergang im Südwesten etwa 10 Grad über dem Horizont, bevor sie versinken. In Innsbruck blickt man Richtung Axamer Lizum, auch von der Hungerburg und vom Mittelgebirge aus ist das weihnachtliche Spektakel gut zu beobachten.

Planeten flackern im Gegensatz zu Sternen nicht. Das dürfte die Suche am Abendhimmel erleichtern. „Die Planeten sind kaum zu übersehen. Mit dem Fernglas kann man sogar die Jupitermonde erkennen“, sagt Fotograf Bernd Willinger.

Genau zu Winterbeginn, am 21. Dezember, kommen Jupiter und Saturn einander so nahe, dass sie zu einem Himmelsobjekt zu verschmelzen scheinen, erklärt der Astronom Ronald Weinberger. „Die knapp zusammenstehenden Planeten kann man dann noch bis Ende Dezember beobachten.“ Das nächste Mal wird man das Ereignis so intensiv 2080 beobachten können.

Findet eine so nahe Begegnung der Planten statt, spricht die Wissenschaft von einer Großen Konjunktion. Die Ursache für die seltene Konstellation liegt in den unterschiedlichen Umlaufzeiten der Planeten um die Sonne. Jupiter benötigt für eine Umrundung 12 Jahre, der Saturn, in der äußeren Bahn, über 29 Jahre. So kommt es alle 20 Jahre zu einer näheren Begegnung der Planeten.

In der Weihnachtsgeschichte des Matthäus­evangeliums führt der Stern von Bethlehem die Heiligen Drei Könige zu Jesus. Im Jahr 7 v. Chr. kam es tatsächlich zu einem Zusammenrücken der beiden hellen Planeten. Die wahre Ursache des Weihnachtssterns ist ungewiss. Es hätte sich auch um einen Kometen oder eine Supernova (Ende eines Sterns) handeln können. Vielleicht ist der Stern von Bethlehem einfach ein himmlisches Symbol, das in der Weihnachtsgeschichte aufgenommen wurde. (strosa)


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