Die gute Geschichte: Perspektiven für Kinder in Uganda

Die Tiroler Hilfsinitiative musste heuer wegen der Corona-Pandemie beim Spendensammeln kreativ werden.

Die Pandemie stellt Thomas Fuchs und George Akora vor zusätzliche Herausforderungen für „Perspektive für Kinder“.
© Kindern eine Chance

Zirl – Eine Praktikum im Ausland, genau genommen in einer Klinik in Fort Portal in Uganda, hätte es werden sollen für den Tiroler Gesundheits- und Krankenpfleger Thomas Fuchs. Dort hat er 2008 den engagierten afrikanischen Sozialarbeiter George Akora kennen gelernt. In einem Land mit hoher HIV- und Aids-Rate waren die beiden jungen Männer damals täglich mit vielen persönlichen Schicksalen konfrontiert, die sich nicht so leicht verdrängen ließen. Auch wenn sich inzwischen vieles verbessert hat, eine Aids-Erkrankung bedeutet immer noch, chronisch krank, ansteckend und stigmatisiert zu sein. Heißt oft auch, dass Kinder ihre Eltern sterben sehen und sich allein durchschlagen müssen.

Perspektive für Kinder

Bei einem Praktikum ist es daher für Thomas Fuchs nicht geblieben, auch nach seiner Rückkehr nach Tirol hat er die Zusammenarbeit mit George Akora fortgesetzt, seit zehn Jahren gibt es jetzt in Tirol den Verein „Perspektive für Kinder“ als Partnerorganisation für „YAWE“ (Youth and Women Empowerment), das Sozialzentrum mit Tagesklinik, das George Akora in Fort Portal in Uganda gegründet hat. Gemeinsames Ziel ist es, möglichst vielen benachteiligten Kindern und Jugendlichen durch Gesundheits- und Bildungsangebote zu helfen – was langsam, aber stetig Veränderungen bewirkt: etwa durch Schulgeld für Kinder und Jugendliche, Aufklärung und Kondome für die Mädchen, Vorsorgeuntersuchungen und HIV-Tests.

Unumgängliche Grundlage für viele dieser Aktivitäten in Uganda sind die Spendengelder, die die Tiroler Partnerorganisation „Perspektive für Kinder“ zusammenkratzen kann, was immer schwieriger wird in Zeiten von Corona. Es gibt die Standln nicht mehr für den Verkauf von traditionellem Handwerk, Veranstaltungen mit prominenten Sponsoren, Lesungen, Charity-­Konzerte sind nicht mehr möglich.

Nähmaschinen-Marathon und finanzieller Erfolg

„Corona-Masken nähen“ war in diesem Jahr die Lösung für das Problem der versiegenden Geldquellen. Masken gegen die Pandemie aus den bunten afrikanischen Stoffen, die eben wegen des Lockdowns nicht mehr verkauft werden konnten. Ein Nähmaschinen-Marathon für alle weiblichen Mitglieder von „Perspektive für Kinder“, aber ein unerwartet erfreulicher finanzieller Erfolg, eine Überbrückungshilfe, mit der George Akora in Uganda dringend notwendige Lebensmittel und Medikamente besorgen konnte. Einmal Afrika hin und zurück könnte man die Aktion nennen: Stoffe von dort vernäht zum Schutz vor Corona bei uns helfen in Uganda wiederum zum Überleben in der speziellen afrikanischen Corona-Situation.

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Pandemien, HIV/Aids, Malaria, Hunger, Armut – die Menschen in Afrika sind gewohnt, mit Krisen umzugehen. Aber auch in schwierigen Zeiten sieht man sie lachen, Pläne machen und weiterstrampeln.

Nähere Infos und Spendenmöglichkeit unter www.perspektivefuerkinder.at (TT)


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