Zulauf bei Antigentests: Ärztekammer warnt vor Sorglosigkeit

50.000 Anmeldungen gibt es für die Antigentests in Tirol. Für Ärztekammerpräsident Wechselberger dürfen sie nicht als Freibrief gesehen werden.

Rund 12.000 Antigentests wurden seit Samstag in Tirol durchgeführt. Vor den Weihnachtstagen wollen sich viele testen lassen.
© Thomas Boehm / TT

Innsbruck – Vor den Weihnachtsfeiertagen ist der Zulauf zu den vom Land Tirol kostenlos angebotenen Antigentests auf das Coronavirus groß. 50.000 Anmeldungen lagen bis Montag vor, 12.000 Personen ließen sich seit Samstag bereits testen. Dabei wurden positive Testergebnisse bekannt, die Betroffenen unterziehen sich danach einem PCR-Test. Beim Testwochenende vor zwei Wochen stellte sich rund ein Drittel der positiven Ergebnisse nachträglich als falsch heraus.

Für den Leiter des Einsatzstabes des Landes, Elmar Rizzoli, gilt es in den nächsten Tagen, vor allem die logistische Herausforderung zu bewältigen. Schließlich wird das Angebot überdurchschnittlich angenommen. Wie auch in den anderen Bundesländern. „Wir versuchen, die Kapazitäten bestmöglich auszudehnen und bitten interessierte Personen, sich immer wieder flexibel und aktuell auf www.tiroltestet.at zu informieren, da Kapazitäten kurzfristig wieder frei werden können – kurzfristige Absagen werden vielfach über die Gesundheitshotline 1450 storniert und Termine werden umgebucht.“

„Sachlich verständliche Information und Aufklärung sind Voraussetzungen für Zustimmung zur Impfung.“ – Artur Wechselberger
 (Ärztekammerchef)
© Andreas Rottensteiner

Wegen des großen Andrangs wurden die Kapazitäten an den Standorten Wörgl und Telfs jetzt erweitert: In Wörgl wird ab heute direkt neben dem Antigen-Testbus zusätzlich in einem Zelt der Feuerwehr abgestrichen. In Telfs steht bis zum Heiligen Abend statt des Antigen-Testbusses der Rathaussaal für eine Abnahme von Antigen-Tests zur Verfügung.

Auch bei 180 niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten in Tirol sind die Gratis-Tests möglich. „Allerdings dürfen sich Personen, die einen solchen Antigenschnelltest gemacht haben, nicht in falscher Sicherheit wiegen“, mahnt Ärztekammerpräsident Artur Wechselberger vor Sorglosigkeit. Ein negativer Test sage lediglich aus, dass zum Untersuchungszeitpunkt keine oder nur wenige „Corona-Viren“ im Nasen-Rachenbereich vorhanden sind. Es kann daraus keine Zukunftsprognose zur Infektiosität abgeleitet werden. Wechselberger: „Deshalb gelten auch für negativ getestete Personen weiterhin die Grundregeln im Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus: Abstand halten, Masken tragen, Händehygiene sowie soziale Kontakte einschränken.“

Sachliche Info zu Impfung

Hinsichtlich der bevorstehenden Corona-Impfung fordert der Ärztekammerpräsident eine sachliche und umfassende Information. Bewohnern sowie Personal von Alten- und Pflegeheimen würden zuerst die Impfung erhalten. „Hier gilt es, an einem Strang zu ziehen und Motivationsarbeit zu leisten. Sachlich korrekte, verständliche Information und Aufklärung sind die Voraussetzung, um die Zustimmung zur Impfung zu erlangen.“ Für Wechselberger setzt diese Aufgabe ein gemeinsames Vorgehen von Pflegenden, Angehörigen, Erwachsenenvertretern sowie von Ärzten voraus. Nur so könne es gelingen, möglichst viele Heimbewohner für die Impfung zu gewinnen. (TT, pn)


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