Corona-Jahr lässt Spritpreise in Österreich um 16 Cent sinken

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Wien – Im Corona-Jahr 2020 sind die Preise für Diesel und Benzin gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken.

Der Dieselpreis war am Beginn des Jahres mit 1,22 Euro am höchsten und Mitte Mai mit 0,98 Euro am niedrigsten. Im Jahresschnitt kostete ein Liter Diesel mit 1,05 Euro um 16 Cent weniger als im Vorjahr, informiert der Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Im Vergleich zum Jahr 2012, als der Dieselpreis seinen bisherigen Höchststand erreichte, war Diesel sogar um 36 Cent billiger.

Ähnlich die Entwicklung bei Eurosuper: Nach dem Höchststand von 1,24 Euro pro Liter Mitte Jänner sank der Preis ebenfalls Mitte Mai auf knapp unter 1 Euro. Im Jahresschnitt war Eurosuper mit 1,08 Euro ebenfalls um 16 Cent billiger als im Vorjahr und um 37 Cent billiger als 2012. Ohne Steuerbegünstigung von Diesel wäre Eurosuper laut der VCÖ-Analyse das ganze Jahr unter dem Dieselpreis gelegen.

Österreich ein „Diskonter"

Im EU-Vergleich zähle Österreich zu den Diskontern, kritisiert der VCÖ in einer Aussendung, in der er sich für die Reduktion des Autoverkehrs einsetzt. So kostet eine 50-Liter-Tankfüllung Eurosuper in den Niederlanden aktuell mit fast 78 Euro um rund 24 Euro mehr als in Österreich und in Italien mit rund 71 Euro um 17 Euro mehr. Nur in Bulgarien, Litauen, Luxemburg, Polen und Rumänien sei Diesel noch billiger als in Österreich, verweist der VCÖ auf Daten der EU-Kommission und fordert eine stärkere Diesel-Besteuerung.

„Die Steuerbegünstigung von Diesel und die fehlende CO2-Abgabe erschweren das Erreichen der Klimaziele und bremsen die im Verkehr notwendige Energiewende“, sagt VCÖ-Experte Michael Schwendinger. So betrug in den Niederlanden der Anteil der E-Pkw bei Neuzulassungen im Oktober bereits über 20 Prozent, in Österreich nur 6,5 Prozent, erklärt der VCÖ, der eine CO2-Steuer forciert. (TT)


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