Präsident Zeh verspricht: „Werde Kitzbühel nicht hängen lassen“

Beim Eishockey-Verein EC Kitzbühel hält Volker Zeh seit 2017 die Zügel in der Hand, nun will der Unternehmer ins Fußballgeschäft einsteigen. Der 56-Jährige bewirbt sich als Präsident des Traditionsvereins VfB Stuttgart.

Kitzbühel-Präsident Volker Zeh.
© Bildagentur Muehlanger

Von Benjamin Kiechl

Kitzbühel –Visionär und Hansdampf in allen Gassen mit einem Händchen für süße Backwaren. Den Kitzbüheler Eishockey-Präsidenten Volker Zeh zu charakterisieren, ist gar nicht so einfach. „Er galoppiert mit seinen Ideen vorneweg wie ein Rennpferd“, sagte Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler im Sommer bei der Generalversammlung des Eishockeyvereins. Bei seinem Amtsantritt im Sommer 2017 kündigte der 56-jährige Deutsche, der auch gern in die Lederhose schlüpft, vollmundig an, „Eishockey in Kitzbühel in neue Sphären zu heben“.

Das ist dem Unternehmer, der eine Backwarenmanufaktur („Firenzini“) besitzt und seit Sommer 2020 zudem Spezial-Matratzen vertreibt, gelungen: Das Eishockey-Einladungsturnier Red Bulls Salute hat die Gamsstadt als neuen Austragungsort auserkoren. Da hatte Zeh seine Finger im Spiel. In der Alps Hockey League (AHL) indes sind die Adler in der Tabelle derzeit nur Mittelmaß (Platz neun). Weiter geht es am Stefanitag (20 Uhr) gegen Lustenau. „Das ist nicht unser Anspruch, das muss man ganz klar sagen“, erklärt Zeh in die Richtung von Headcoach Charles Franzen. Wenn Stürmer Mikael Johansson (Schlag auf die Hand) wieder fit ist, solle es aufwärts gehen.

Es stimmt, die Bewerbung ist raus. Es gibt Leute, die möchten, dass ich der neue Präsident beim VfB Stuttgart werde!
Volker Zeh, EC-Kitz-Präsident

Zeh hat nun eine neue Spielwiese gefunden und will ins Fußballgeschäft einsteigen. Der gebürtige Baden-Württemberger aus dem Remstal bewirbt sich offiziell als Präsident des deutschen Traditionsvereins VfB Stuttgart, wie er im Gespräch mit der TT bestätigte. „Es stimmt, die Bewerbung ist raus. Es gibt Leute, die möchten, dass ich der neue Präsident werde!“ Am vergangenen Freitag endete die Bewerbungsfrist. Zeh will Kurzzeit-Präsident Claus Vogt, der erst seit einem Jahr im Amt ist, bei der ordentlichen Mitgliederversammlung am 18. März 2021 herausfordern.

In der vergangenen Saison als Krisenmanager gefragt

Sollte dem Schwaben der Coup gelingen, werden die Adler wohl nur noch die zweite Geige spielen. „Ich werde Kitzbühel nicht hängen lassen, wir sind im Verein gut aufgestellt!“, betont Zeh, der Gemeinsamkeiten zwischen EC Kitzbühel und dem VfB sieht: „Beide Vereine haben tolle Fans, eine gute Kollegenschaft im Verein und im Präsidium.“ Der Tausendsassa, der vor Kurzem als Honorarkonsul der Republik Montenegro für Baden-Württemberg bestätigt wurde, will die Herzen der rund 71.500 VfB-Vereinsmitglieder erobern.

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In Kitzbühel gibt sich der charismatische Geschäftsmann gerne leutselig. Er weiß, wie man Menschen für seine Ideen und Anliegen begeistert. Bei Heimsiegen gibt Zeh, der meist mit dem blauen Adler-Schal um den Hals in den Sportpark kommt, für die Fans ab und zu eine Runde Freibier aus. Das war natürlich vor Corona-Zeiten.

In der vergangenen Saison war Zeh als Krisenmanager gefragt. Durch die Pandemie stand die AHL kurz vor der Auflösung, Kitzbühel war für den Fortbestand das Zünglein an der Waage. Am 6. Oktober 2019 traf die Adler-Familie ein schwerer Schicksalsschlag, als Goalie Florian Janny einer Gewalttat zum Opfer fiel. Der Präsident fand in dieser schwierigen Zeit die richtigen, leisen Töne.

Eigentlich ist er jemand, der gerne als Antreiber auffällt. „Zu Weihnachten gibt es ganz traditionell Raclette mit der Familie auf Mallorca“, sagt Zeh. „Und im neuen Jahr packen wir die Pauke aus!“


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