Zu Weihnachten gibt es für Erler ein Future in Tunesien

Seit November sitzt der Tiroler Alexander Erler isoliert in der Tennis-Blase von Tunesien. Dort verbringt er Weihnachten und wohl Silvester.

Im tunesischen Monastir kämpft der 23-jährige Kufsteiner Alexander Erler in bis zu fünf ITF-Turnieren um Weltranglisten-Punkte.
© gepa

Von Roman Stelzl

Monastir –Hotelzimmer, Fitness-Center, Esszimmer, Tennisplatz – seit fast vier Wochen verfolgt der Tiroler Alexander Erler das Leben im tunesischen Monastir quasi vom Fenster aus. „Ich bin nur auf der Hotelanlage, war, seit ich hier bin, noch nicht draußen. Außer auf den neun Tennisplätzen, die zum Hotel gehören, und bei den Spielen“, erzählt der 23-jährige Kufsteiner von seinem Leben in der Isolation rund um die ITF-Future-Turnierserie. Und die wird sich für Erler über Weihnachten und wohl auch Neujahr erstrecken.

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie und der Ansteckungsgefahr müssen die Tennisspieler in die „Bubble“, eine Blase, die so gut wie keinen Kontakt nach außen zulässt. Für gewöhnlich platzt eine solche „Bubble“ (im positiven Sinn) nach einer Turnierwoche mit der Abreise. Nicht so in Monastir.

Aufgrund der zahlreichen Verschiebungen und Absagen sind hier seit Ende November fünf ITF-Turniere der M15-Kategorie (15.000 US-Dollar Preisgeld) in Folge geplant. Erler selbst schlägt heute beim vierten Bewerb auf, spielt in Runde eins gegen den Deutschen Vincent Knoess. In der Vorwoche erreichte der 497. der Weltrangliste das Endspiel und gewann mit dem Burgenländer David Pichler das Doppel. Eine solche Woche voller Erfolge vergeht schnell – ganz anders waren die beiden Wochen zuvor, an denen bereits in Runde eins das Aus kam.

Die Wochen waren zäh. Wenn du gewinnst, vergeht die Zeit schnell. Aber wenn du verlierst, musst du fast eine Woche warten, bis du wieder spielen kannst.
Alexander Erler

„Die Wochen waren zäh. Wenn du gewinnst, vergeht die Zeit schnell. Aber wenn du verlierst, musst du fast eine Woche warten, bis du wieder spielen kannst“, erklärt Erler. Da ist viel Zeit zu füllen im Einzelzimmer. Der Neo-Schützling von Wolfgang Thiem tut das mit Kartenspielen, Würfelpoker oder mit Fernsehen: „Wir haben aber leider nur zwei deutschsprachige Sender.“

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Das erste Weihnachten weg von zuhause

Einsam können solche Stunden im tunesischen Hotel vor allem morgen an Heiligabend werden. Für Erler ist es das erste Weihnachten, das er weg von zuhause und der Familie verbringt. Doch allzu tragisch sieht das der Teilzeit-Trainingspartner von Grand-Slam-Sieger Dominic Thiem nicht. „Das macht mir nichts aus. Heuer ist ja eh alles viel schwieriger. Ich werde mit der Familie telefonieren, das war’s dann“, meinte Erler, der den Weihnachtsabend wohl an der Seite von David Pichler verbringen wird.

Sollte es in dieser Woche gut laufen, dann wird er auch noch das Silvester-Turnier anhängen. Nach der Rückkehr wartet ja ohnedies die nächste Isolation; „Mein letzter Stand war, dass ich sieben Tage in Quarantäne muss und mich danach freitesten kann.“

Danach wartet ab 4. Jänner das Training in Kufstein, dem Olympiazentrum Innsbruck und Traiskirchen, wo sich Erler mit den besten Spielern Österreichs messen kann. Wohl auch mit Dominic Thiem, der erst Mitte Jänner nach Australien abreist. „Da gibt es nichts Besseres“, lächelt Erler.


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