Babyelefant eingefroren: Innsbrucks Eislaufplätze trotz Ansturm weiter offen

Der Ansturm auf das öffentliche Eislaufen in Innsbruck ist aktuell derart groß, dass die Stadt sogar Platzsperren überlegt hat. Nun sollen die Plätze aber doch offen bleiben – mit neuen Sicherheitsmaßnahmen und dem Appell, diese ernst zu nehmen.

Lange Schlangen bildeten sich vor dem Eingang zur Olympiaworld in Innsbruck.
© zeitungsfoto.at

Innsbruck – Es war zu viel. Der Ansturm sprengte fast die Möglichkeiten, in Corona-Zeiten eine sichere Sport­ausübung zu ermöglichen. Bereits vor der Kasse der Olympiaworld wurde die Schlange der Eislaufwilligen am vergangenen Wochenende immer länger. Der Babyelefant wurde regelrecht zerdrückt, die Maske blieb bei vielen in der Tasche stecken. Corona war anscheinend in Vergessenheit geraten. Daher schrillten bei Verantwortlichen der Olympiaworld und im Rathaus gleichermaßen die Alarmglocken. Und gestern stand dann plötzlich das gesamte öffentliche Eislaufen auf Messers Schneide. Meldungen und Vermutungen, dass mit 24. Dezember in Innsbruck die städtischen Eisflächen gesperrt werden, machten die Runde.

Sicherheitspersonal aufgestockt, mehr Schilder angebracht

Am Mittwoch verkündete die Stadt nun aber doch das Gegenteil: Nach einem Lokalaugenschein wurde die Entscheidung getroffen, die Plätze vorerst geöffnet zu lassen, heißt es in einer Aussendung. „Das bestehende Sicherheitskonzept wurde adaptiert. Über die Feiertage wird zusätzliches Sicherheitspersonal eingestellt“, wird Sportstadträtin Elisabeth Mayr zitiert. Zusätzlich zur personellen Aufstockung sollen weitere Schilder angebracht werden, um auf das Einhalten der Mindestabstände sowie die Pflicht zum Tragen des Mund-Nasen-Schutzes außerhalb der Eisfläche aufmerksam zu machen.

Zusätzliche Schilder wie hier beim Eislaufplatz vor dem Sillpark sollen für mehr Aufmerksamkeit für die geltenden Sicherheitsregeln sorgen, hofft die Stadt.
© IKM/M. Freinhofer

Die Stadträtin appelliert außerdem an die Disziplin der Besucher: „Der Raum, vor allem bei den Umkleideboxen und den Auf- und Abgängen zur Eisfläche, ist teilweise sehr eng. Das Sicherheitskonzept kann deshalb nur funktionieren, wenn sich alle an die Regeln halten. Hier ist jeder einzelne gefordert, nur dann kann der Betrieb weiterhin aufrecht erhalten werden.“ Der Betrieb der städtischen Eislaufplätze und des Außeneisrings in der Olympiaworld soll laufend evaluiert werden, heißt es weiter.

Das Sicherheitskonzept kann nur funktionieren, wenn sich alle an die Regeln halten.
Elisabeth Mayr

Scharfes Auge auf gut besuchte Plätze

Fünf Plätze stellt die Stadt Innsbruck teils mit Kooperationspartnern zur Verfügung: die Olympiaworld, einen Platz in Igls, einen in Hötting West, einen vor dem Sillpark sowie einen am Baggersee. Die werden alle gut genutzt, in Corona-Zeiten sogar zu gut. Die vergangenen Tage hat das Innsbrucker Sportamt daher bereits ein scharfes Auge auf diese Einrichtungen geworfen, wie Sportstadträtin Elisabeth Mayr berichtet. „Wir haben uns das vor Ort angeschaut“, erklärt sie. Am Dienstagabend wurden diese Erkenntnisse zusammengetragen.

TT-ePaper testen und eine von drei Cookit Küchenmaschinen gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Leicht, so Mayr am Dienstag zur TT, mache man es sich nicht. Und man könne nicht jeden Platz mit dem anderen vergleichen. „Beim Sillpark zum Beispiel muss man die Eingangssituation des Einkaufszentrums mitberücksichtigen“, erklärt Mayr. Eines ist klar: Wenn, dann muss man alle Plätze sperren. Ansonsten findet nur eine Verdrängung statt. (wo)


Kommentieren


Schlagworte